Griechenland verschärft seine Migrationspolitik mit beschleunigten Abschiebungen und Rückführungszentren außerhalb der EU.
Griechenland verschärft seine Migrationspolitik mit beschleunigten Abschiebungen und Rückführungszentren außerhalb der EU.

Das griechische Parlament verabschiedete am Dienstagabend ein neues Gesetz, das die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber beschleunigen und deren Verlegung in sogenannte Rückführungszentren außerhalb der Europäischen Union ermöglichen soll, sofern bilaterale Abkommen mit Drittstaaten geschlossen werden. Diese Reform stellt eine deutliche Verschärfung der griechischen Migrationspolitik dar.

Dieses System ermöglicht es, Migranten, deren Asylanträge abgelehnt wurden, im Rahmen künftiger internationaler Abkommen in Einrichtungen außerhalb der Europäischen Union zu überführen. Die griechischen Behörden versuchen damit, administrative Verzögerungen bei Abschiebungen zu reduzieren und die Abschiebungsverfahren zu vereinfachen.

Griechenland, an Europas Südgrenze gelegen und ein Brennpunkt der Migrationsströme im Mittelmeer, war während der Migrationskrise 2015/2016 einer der Haupteinreisepunkte. Damals gelangten mehr als eine Million Menschen, vorwiegend aus dem Nahen Osten und Afrika, über die griechischen Grenzen nach Europa.

Obwohl die Gesamtzahl der Ankünfte seitdem zurückgegangen ist, sind einige Migrationsrouten weiterhin aktiv. Auf zwei Inseln nahe der nordafrikanischen Küste, Kreta und Gavdos, hat die Zahl der Boote in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen; die Abfahrten erfolgen hauptsächlich von Libyen aus.

Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund, dass die EU-Mitgliedstaaten kürzlich neue Regeln verabschiedet haben, die unter bestimmten Bedingungen die Überstellung von Migranten, die das europäische Hoheitsgebiet verlassen sollen, in Zentren in Drittländern erlauben. Diese Maßnahme hat scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen, die Menschenrechtsverletzungen und -missbräuche befürchten.

In diesem Zusammenhang weist Griechenland auch darauf hin, dass es mit mehreren europäischen Partnern, darunter den Niederlanden, an der Umsetzung dieser neuen Migrationsrichtlinien arbeitet.

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