Der ehemalige US-Präsident Joe Biden kritisierte am Dienstag scharf die Sozialversicherungspolitik der neuen Regierung und warnte vor einer Vertiefung der inneren Spaltungen im Land. Es war seine erste größere öffentliche Rede seit seiner Rückkehr. Donald Trump im Weißen Haus.
Auf der Konferenz „Befürworter, Berater und Vertreter für Menschen mit Behinderungen“ in Chicago sagte der 82-jährige Biden:
„Wir können nicht als so gespaltene Nation weitermachen, mit einem solchen Ausmaß an Brüchen.“
Er fügte hinzu: „Eine Spaltung dieser Art haben wir noch nie erlebt“, und bezog sich dabei auf die wachsende Kluft zwischen Trump-Anhängern und Demokraten.
In ruhigem Ton griff Biden die Sozialpolitik der neuen Regierung scharf an und warf ihr vor, in weniger als 100 Tagen im Amt erheblichen Schaden angerichtet zu haben. Er verwies insbesondere auf die Entlassung von rund 7 öffentlichen Angestellten, die zu erheblichen Störungen geführt habe. Unter anderem sei es aufgrund von Budgetkürzungen im Bereich Informationstechnologie zur Schließung einiger offizieller Websites gekommen.
Zur Erinnerung: Die Sozialversicherung ist ein US-Bundesprogramm, das Rentnern, Menschen mit Behinderungen und den Familien verstorbener Arbeitnehmer finanzielle Unterstützung bietet.
Biden betonte, dass die Sozialversicherung ein „heiliges Versprechen“ darstelle, und sagte:
„Die Menschen sind derzeit wirklich besorgt… Zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte besteht die Befürchtung, dass die Auszahlung von Sozialleistungen verzögert oder ausgesetzt wird.“
Am Ende seiner Ausführungen stieg Biden langsam von der Bühne herunter und wechselte kurz Worte mit den Zuschauern in den vorderen Reihen.
Biden zog sich im vergangenen Juli aus dem Präsidentschaftswahlkampf zurück, nachdem er in einer Fernsehdebatte schwach abgeschnitten hatte, was innerhalb der Demokratischen Partei die Bedenken hinsichtlich seines Alters und seiner geistigen Fähigkeiten verstärkte. Der ehemalige Vizepräsident Kamala Harris Anschließend übernahm sie die Kandidatur der Demokratischen Partei, verlor die Wahl jedoch gegen Trump.