Der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, besuchte am Sonntag den Tempelberg in Jerusalem, einen der sensibelsten Orte im Nahen Osten, was in der Region heftige Reaktionen auslöste. Der Besuch fand inmitten ohnehin angespannter Lage statt und wurde von jordanischen und palästinensischen Vertretern umgehend verurteilt.
Die Esplanade in der Jerusalemer Altstadt, von Juden auch Tempelberg genannt, ist sowohl die heiligste Stätte des Judentums als auch die drittheiligste Stätte des Islam. Seit Jahrzehnten wird die Stätte von einer jordanischen religiösen Stiftung verwaltet; jüdischen Gläubigen ist der Besuch, aber nicht das Beten dort gestattet.
Während seines Besuchs äußerte Itamar Ben-Gvir den Wunsch, jüdischen Gläubigen den Zugang zum Gelände zu erleichtern. In einem von seinem Büro veröffentlichten Video sagte er, er fühle sich dort „wie zu Hause“. Er forderte zudem verstärkte Anstrengungen in diesem Bereich und gab an, Premierminister Benjamin Netanjahu regelmäßig dazu aufzufordern, diese Initiativen zu intensivieren.
Diese Äußerungen haben die Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Infragestellung des historischen Status quo bezüglich des Zugangs zu der Stätte neu entfacht. In der Vergangenheit hat jeder Vorschlag zur Änderung der Regeln in der muslimischen Welt starke Empörung hervorgerufen und mitunter zu Gewaltausbrüchen geführt.
Ben-Gvirs Besuch findet somit inmitten anhaltender Spannungen um die heiligen Stätten Jerusalems statt, wo religiöse und politische Fragen eng miteinander verknüpft sind. Die internationalen Reaktionen könnten sich in den kommenden Tagen noch verschärfen, da die Lage weiterhin äußerst instabil ist.
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