Der ehemalige italienische General Roberto Vannacci hat am Sonntag auf einem Kongress in Rom offiziell seine neue rechtsextreme Partei Futuro Nazionale gegründet. Diese Initiative markiert einen Bruch mit Matteo Salvinis Lega und könnte die politische Landschaft des rechten Spektrums im Vorfeld der nächsten Parlamentswahlen in Italien grundlegend verändern.
Der 57-jährige ehemalige Fallschirmjäger Vannacci wurde bei der Auftaktveranstaltung seiner Bewegung mit Jubelrufen begrüßt. In seiner Rede präsentierte er seine Partei als Stimme der „abgehängten“ Italiener und äußerte sein Bestreben, die italienische Politik in eine nationalistischere und sicherheitsorientiertere Richtung zu lenken.
Die neue Partei befürwortet ein sehr hartes Programm in der Einwanderungs- und Kriminalitätspolitik, einschließlich Vorschlägen für Massenabschiebungen von Migranten ohne gültige Papiere und verschärften Strafen. Vannacci will damit die vom Premierminister geführte konservative Koalition direkt herausfordern. Giorgia Meloni an seiner rechten Flanke.
Nach ersten Schätzungen, die von Reuters zitiert werden, wird Futuro Nazionale bereits etwa 5 % der Wählerstimmen zugeschrieben. Dieses Niveau dürfte die Lega schwächen und Giorgia Melonis Wahlkalkulationen vor den für nächstes Jahr erwarteten nationalen Wahlen erschweren.
Eine mögliche Allianz zwischen Meloni und Vannacci erscheint jedoch heikel. Analysten befürchten, dass eine Annäherung gemäßigte Wähler beunruhigen könnte, da die neue Bewegung EU-feindliche und als prorussisch wahrgenommene Positionen vertritt und zudem offene Verbindungen zu bestimmten europäischen rechtsextremen Gruppen, darunter der deutschen AfD, unterhält.
Die Gründung von Futuro Nazionale erfolgt inmitten einer Neuausrichtung der italienischen Rechten. Indem er vier Monate zuvor die Lega verließ, um seine eigene Partei zu gründen, positionierte sich Roberto Vannacci als direkter Rivale von Matteo Salvini und als neuer Akteur, der das Kräfteverhältnis der regierenden konservativen Mehrheit beeinflussen kann.
Für Giorgia Meloni besteht die Herausforderung nun darin, die Einheit ihres Lagers zu wahren und gleichzeitig zu verhindern, dass Wähler zu dieser neuen, radikaleren politischen Strömung überlaufen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der ehemalige General sein Medienprofil in eine echte nationale Wahlkraft umwandeln kann.
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