Israel führte am Sonntag einen Angriff auf mutmaßlich der Hisbollah gehörende Infrastruktur in den südlichen Vororten Beiruts durch, nachdem zuvor Geschosse auf Nordisrael abgefeuert worden waren. Dieser Angriff hat die Befürchtungen einer weiteren Eskalation des seit mehreren Monaten andauernden Konflikts zwischen Israel und der libanesischen Schiitenbewegung neu entfacht.
Nach Angaben israelischer Behörden wurden zwei Geschosse aus dem Libanon auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Armee behauptet, sie abgefangen zu haben, nachdem in mehreren Orten im Norden, darunter Yiftah und Ramot Naftali, Warnsirenen ertönt waren.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister erklärten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, sie hätten den Angriff als Reaktion auf den Raketenbeschuss angeordnet. Israel behauptet, Infrastruktur mit Verbindungen zur Hisbollah im Gebiet Dahiyeh, einer traditionellen Hochburg der Bewegung in der libanesischen Hauptstadt, angegriffen zu haben.
Libanesische Staatsmedien berichteten von mindestens zwei Toten und elf Verletzten. Die lokalen Behörden machten keine Angaben zur Identität der Opfer, und es konnte nicht unabhängig bestätigt werden, ob die Verletzten der Hisbollah angehörten.
Dieser Angriff erfolgte, nachdem eine unter US-Vermittlung am 16. April verkündete Waffenruhe zu einer Verringerung der israelischen Bombardierungen der südlichen Vororte Beiruts geführt hatte. Trotz dieser Waffenruhe dauern die Kämpfe im Südlibanon an, wo es weiterhin häufig zu Feuergefechten zwischen israelischen Streitkräften und der Hisbollah kommt.
Libanesische Sicherheitskreise gaben an, dass viele Bewohner, die kürzlich in den Bezirk Dahiyeh zurückgekehrt waren, das Gebiet aus Angst vor einer Wiederaufnahme intensiver Bombardierungen erneut verlassen haben.
Die Hisbollah hat ihrerseits die Verantwortung für mehrere Operationen gegen israelische Streitkräfte im Libanon in den letzten Tagen übernommen, jedoch nicht für den Projektilbeschuss, der dem Angriff auf Beirut vorausging.
Diese jüngste Konfrontation schürt die Befürchtung einer Eskalation des Konflikts in einer Zeit, in der die Spannungen in der gesamten Region weiterhin hoch sind. Die in den letzten Wochen unternommenen diplomatischen Bemühungen konnten bisher keine dauerhafte Einstellung der Kampfhandlungen zwischen den beiden Seiten erreichen.
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