In Hongkong durften Überlebende des verheerendsten Brandes seit Jahrzehnten erstmals in ihre zerstörten Häuser zurückkehren. Die von den Behörden beaufsichtigten Besuche sollen den Bewohnern ermöglichen, persönliche Gegenstände abzuholen, die den Flammen möglicherweise entgangen sind.
Das Feuer, das im November im Bezirk Tai Po ausbrach, zerstörte sieben 31-stöckige Wohntürme. Der außergewöhnlich große Brand forderte 168 Menschenleben und konnte erst nach fast zweitägigen Löscharbeiten vollständig gelöscht werden.
Seit Montag haben Betroffene die Möglichkeit, ihre ehemaligen Wohnungen im Rahmen streng beaufsichtigter, auf drei Stunden begrenzter Besuche zu betreten. Dieses von der Regierung eingeführte System soll bis zum 4. Mai fortgeführt werden, um möglichst vielen Betroffenen die Rückholung ihrer persönlichen Gegenstände zu ermöglichen.
Für viele Bewohner sind diese Rückkehrereignisse mit starken Emotionen verbunden. Einige durchsuchen die Trümmer in der Hoffnung, Souvenirs, Dokumente oder Gegenstände von sentimentalem Wert zu finden – die einzigen Überreste eines Lebens, das durch die Katastrophe brutal zerstört wurde.
Unterdessen nahm im März eine Untersuchungskommission ihre Arbeit auf, um die Brandursachen und mögliche Fahrlässigkeit zu klären. Die Angehörigen der Opfer erwarten mit Spannung die Ergebnisse dieser Untersuchung.
Diese Tragödie, die hinsichtlich der Opferzahlen den Brand des Grenfell Tower in London im Jahr 2017 übertraf, ist tief im Gedächtnis der Hongkonger verankert. Sie wirft weiterhin Fragen zur Gebäudesicherheit und zu Präventionsmaßnahmen in dieser dicht besiedelten Metropole auf.
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