Haiti: Laut Human Rights Watch wurden bei Drohnenangriffen gegen Banden mehr als 1.200 Menschen getötet.
Haiti: Laut Human Rights Watch wurden bei Drohnenangriffen gegen Banden mehr als 1.200 Menschen getötet.

Bei Angriffen haitianischer Sicherheitskräfte mit Sprengstoffdrohnen wurden mehr als 1.200 Menschen getötet, darunter mindestens 60 Zivilisten, wie aus einem am Dienstag von Human Rights Watch veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Unter den zivilen Opfern befinden sich 43 Erwachsene und 17 Kinder. Die Nichtregierungsorganisation gibt an, dass diese Operationen in den letzten Monaten im Rahmen des Kampfes gegen Banden, die einen Großteil der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince kontrollieren, intensiviert wurden.

Seit März des vergangenen Jahres setzen haitianische Sicherheitskräfte mit Sprengstoff beladene Quadcopter-Drohnen gegen kriminelle Gruppen ein. Diese Angriffe finden häufig in dicht besiedelten Vierteln statt, wodurch das Risiko ziviler Opfer steigt.

Laut Human Rights Watch werden diese Operationen mit Unterstützung von Vectus Global durchgeführt, einem in den USA ansässigen privaten Militärunternehmen unter der Leitung von Erik Prince, dem Gründer des Sicherheitsunternehmens Blackwater.

Die Organisation betont, dass keine glaubwürdige Untersuchung der zivilen Todesopfer im Zusammenhang mit diesen Angriffen eingeleitet wurde. Sie fordert die haitianischen Behörden und ihre internationalen Partner auf, diese Operationen zu untersuchen und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.

Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte hatte bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass einige dieser Angriffe nach internationalem Recht „wahrscheinlich illegal“ seien.

Die haitianischen Behörden, das Verteidigungsministerium, die nationale Polizei, das Unternehmen Vectus Global und das US-Außenministerium reagierten nicht umgehend auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu diesen Vorwürfen.