Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Apartment im Ramada-Hotel im Zentrum Beiruts wurden am frühen Sonntagmorgen mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Israel behauptet, iranische Kommandeure in der libanesischen Hauptstadt angegriffen zu haben.
Der Angriff ereignete sich im Beiruter Stadtteil Raouche, einem Küstenviertel, und war der erste israelische Angriff auf das Stadtzentrum seit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah in der Vorwoche. Bilder vom Tatort zeigten erhebliche Schäden am angegriffenen Gebäude.
Nach Angaben des israelischen Militärs richtete sich die Operation gegen eine Gruppe von Kommandeuren der Quds-Einheit, der Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarde. Israelische Behörden behaupten, diese Offiziere seien an der Planung von Angriffen gegen Israel und seine Zivilbevölkerung beteiligt gewesen, geben ihre Identität jedoch nicht preis.
Das Hotel beherbergte auch Binnenflüchtlinge, die vor den Kämpfen im Südlibanon und den südlichen Vororten Beiruts geflohen waren. Nach dem Angriff verließen mehrere Familien fluchtartig das Hotel, aus Angst vor weiteren Luftangriffen.
In der Vorwoche hatte Israel die Tötung von Daoud Ali Zadeh, Kommandeur der iranischen Quds-Einheit im Libanon, bei einem Angriff in Teheran bekanntgegeben. Diese Operation markierte bereits eine deutliche Eskalation der Konfrontation zwischen Israel und den vom Iran unterstützten Kräften.
Der Libanon geriet in den eskalierenden Nahostkonflikt hinein, nachdem die Hisbollah, ein Verbündeter Teherans, Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert hatte. Als Reaktion darauf intensivierte das israelische Militär seine Angriffe auf Hisbollah-Stellungen im Süd- und Ostlibanon sowie am Stadtrand von Beirut.