Der finnische Oberste Gerichtshof hat die Abgeordnete Paivi Rasanen wegen Volksverhetzung nach kontroversen Äußerungen über Homosexualität mit einer Geldstrafe belegt.
Die gewählte Amtsträgerin, ein Mitglied der Christdemokratischen Partei, hatte in Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken und auf ihrer Website erklärt, Homosexualität sei eine „Entwicklungsstörung“, basierend, wie sie sagte, auf wissenschaftlichen Argumenten.
Das Gericht befand, dass diese Aussagen angesichts des aktuellen medizinischen Kenntnisstands fehlerhaft seien und Hass gegen eine Gruppe schüren könnten.
Der Oberste Gerichtshof verurteilte Paivi Rasanen zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro nach einer knappen Entscheidung mit drei zu zwei Stimmen.
Dieser Fall, der sich bereits seit mehreren Jahren hinzieht, hat in Finnland eine bedeutende politische Relevanz erlangt und eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit ausgelöst.
Die unteren Gerichte hatten den Abgeordneten zunächst freigesprochen, bevor das höchste Gericht des Landes diese Entscheidung aufhob.
Paivi Rasanen erhielt Unterstützung von der amerikanischen Organisation Alliance Defending Freedom, die eine Einschränkung der Meinungsfreiheit in Europa anprangert.
Das Urteil könnte in Finnland einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie öffentliche Äußerungen über Minderheiten gesetzlich geregelt werden.
Es entfacht auch über die Landesgrenzen hinaus die Debatte über das Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und dem Kampf gegen diskriminierende Äußerungen neu.
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