Minnesota wurde am Samstag, dem 14. Juni, von einem Doppelmord an einer lokalen Politikerin zutiefst getroffen. Melissa Hortman, ehemalige Sprecherin des Repräsentantenhauses, und ihr Ehemann wurden in ihrem Haus von einem als Polizisten getarnten Mann erschossen. Gouverneur Tim Walz, ein führender Politiker der amerikanischen Linken, sprach umgehend von einem „Akt politischer Gewalt“. Der Verdächtige ist noch auf freiem Fuß, und eine groß angelegte Fahndungsaktion läuft.
Ein angespanntes politisches Klima in den Vereinigten Staaten
Der Angriff richtete sich auch gegen den demokratischen Senator John Hoffman und seine Frau. Beide wurden schwer verletzt, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Gouverneur Walz, Kamala Harris‘ Vizekandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2024, verurteilte die „vorsätzliche“ und „unerträgliche“ Gewalt. Der Präsident Donald Trump, obwohl nicht geneigt, Tribut zu zollen, verurteilte einen Angriff, der „in einer Demokratie inakzeptabel“ sei.
Dieser neue Gewaltausbruch fällt in eine Zeit, in der das politische Klima in Amerika besonders explosiv ist. Am Wochenende fanden mehrere Anti-Trump-Demonstrationen statt, und der Präsident nahm an einer spektakulären Militärparade in Washington teil. Amerika ist nervös und erschüttert von wachsenden inneren Spannungen, und der politische Dialog scheint in Schusswaffen zu münden.
Dies ist nicht das erste Mal, dass amerikanische Politiker ins Visier genommen wurden: Der ehemalige Präsident Trump selbst entkam 2024 nur knapp einem Attentat, und Paul Pelosi, der Ehemann der ehemaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses, wurde 2022 angegriffen. Diese Ereignisse zeichnen das beunruhigende Bild einer Demokratie, die ihre Orientierung verliert und durch eine immer brutalere Polarisierung untergraben wird.