Die US-Einwanderungsbehörden haben Salah Sarsour, den Präsidenten der Islamischen Gesellschaft von Milwaukee, verhaftet, was in der örtlichen Gemeinde eine starke Reaktion auslöste und Fragen nach den Motiven für die Verhaftung aufwarf.
Laut Angaben der Moschee wurde der 53-jährige Salah Sarsour, der seit über 30 Jahren einen unbefristeten Aufenthaltstitel in den USA besitzt, am Montag von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) während der Autofahrt festgenommen. Anschließend wurde er Berichten zufolge in Haftanstalten in Chicago und später in Indiana gebracht.
Die Islamische Gesellschaft von Milwaukee kritisiert die Festnahme als ohne klare Begründung erfolgt und verurteilt den Einsatz mehrerer Beamter. Die Organisation bestreitet zudem die von den Behörden zur Rechtfertigung des Vorgehens angeführten Gründe.
Laut lokalen Presseberichten erwähnen die Abschiebungsdokumente eine Festnahme aus Sarsours Jugendzeit im Westjordanland, als er unter israelischer Besatzung lebte. US-Behörden versuchen offenbar, eine Verbindung zu mutmaßlicher materieller Unterstützung extremistischer Gruppen herzustellen.
Moscheevertreter weisen diese Anschuldigungen entschieden zurück und betonen, dass Salah Sarsour die Hamas nie unterstützt habe. Sie verurteilen die fragwürdige Verwendung veralteter Beweismittel eines Militärjustizsystems, das von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird.
Dieser Fall ereignet sich im Kontext einer besonders restriktiven Einwanderungspolitik unter der Regierung des Präsidenten. Donald Trumpinsbesondere gekennzeichnet durch eine verstärkte Überwachung bestimmter Gemeinschaften.
Die Verhaftung wirft grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Rechte von Daueraufenthaltsberechtigten und der Anwendung von Abschiebungsverfahren auf, die auf früheren Ereignissen beruhen. Sie könnte die Debatte über die Praktiken der US-Einwanderungsbehörden und deren Auswirkungen auf die Bürgerrechte neu entfachen.
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