Die Kolumbianer gingen am Sonntag zur Wahl, um einen neuen Kongress zu wählen und an den Präsidentschaftsvorwahlen teilzunehmen – eine doppelte Wahl, die die Regierbarkeit des Landes nach der für nächsten Mai angesetzten Präsidentschaftswahl stark beeinflussen könnte.
Die Wähler müssen zwischen über 3 Kandidaten wählen, um die 102 Sitze im Senat und die 182 Sitze im Repräsentantenhaus zu besetzen. Laut mehreren politischen Analysten wird das künftige Parlament voraussichtlich auf rund 000 Parteien aufgeteilt sein, was den nächsten Präsidenten wahrscheinlich zwingen wird, eine breite Koalition zu bilden, um Reformen durchzusetzen.
Insgesamt sind rund 41,2 Millionen registrierte Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen. Parallel zu den Kongresswahlen führen einige Parteien auch interne Beratungen durch, um ihre Präsidentschaftskandidaten zu bestimmen.
Mehrere wichtige politische Persönlichkeiten nehmen nicht an diesen Vorwahlen teil. Darunter sind Ivan Cepeda (Linke), Abelardo De La Espriella (Rechte) und Sergio Fajardo (Zentrum), die sich entschieden haben, ihre Präsidentschaftskampagne ohne dieses interne Verfahren zu starten.
Die Wahl gilt als wichtige politische Bewährungsprobe im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Mai. Die Zusammensetzung des künftigen Kongresses könnte tatsächlich darüber entscheiden, ob das nächste Staatsoberhaupt Gesetze verabschieden und seine Agenda umsetzen kann.
In den Wahllokalen betonten einige Wähler die Bedeutung dieses Wahltags für die Zukunft des Landes. „Es ist sehr wichtig, hierherzukommen und sein Wahlrecht auszuüben. Am wichtigsten ist, dass Kolumbien über seine Zukunft entscheidet und dass die Ergebnisse respektiert werden“, sagte Federico Rodriguez, ein 32-jähriger Manager, nach seiner Stimmabgabe im Norden Bogotás.