Zehn Jahre nach einem wegweisenden Urteil des Ständigen Schiedshofs, das Pekings maritime Ansprüche im Südchinesischen Meer für ungültig erklärte, geben philippinische Fischer an, dass sie immer noch keinen freien Zugang zum Scarborough-Riff haben. Sie prangern die zunehmenden Belästigungen durch chinesische Schiffe an, die sie ihrer Aussage nach daran hindern, in einem der fischreichsten Gebiete der Region zu fischen.
Das Scarborough-Riff vor der Küste der philippinischen Provinz Zambales steht seit 2012 de facto unter chinesischer Kontrolle. 2016 urteilte der Ständige Schiedshof, dass Pekings weitreichende Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer keine völkerrechtliche Grundlage haben. Das Urteil ging jedoch nicht auf die Frage der Souveränität über das Riff selbst ein.
Das Gericht urteilte außerdem, dass die Gewässer um das Riff, in China als Huangyan Dao bekannt, ein traditionelles Fischereigebiet darstellen, das von mehreren Ländern, darunter den Philippinen, China und Vietnam, genutzt wird. Diese Entscheidung stärkte Manilas diplomatische Position und brachte dem Land verstärkte Unterstützung in der internationalen Gemeinschaft ein.
Vor Ort berichten Fischer in der Küstenstadt Masinloc jedoch, dass sich ihr Alltag kaum verändert hat. Viele erklären, dass sie früher nachts oder zu Zeiten, in denen keine chinesischen Patrouillen zu sehen waren, zum Riff hinausfuhren. Jetzt hätten sie diese Ausflüge aufgegeben, da sie vermuten, dass die chinesischen Schiffe ihre Operationen verstärkt hätten, um sie systematisch zu vertreiben.
Diese Berichte verdeutlichen den Kontrast zwischen dem juristischen Sieg der Philippinen im Jahr 2016 und der Realität auf See, wo China weiterhin die effektive Kontrolle über dieses strategisch wichtige Gebiet ausübt. Die Spannungen im Südchinesischen Meer bleiben somit trotz Urteilen internationaler Gerichte ein Hauptstreitpunkt zwischen Peking und mehreren Nachbarländern.
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