Bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen führen zwei rechtsgerichtete Kandidaten, doch eine große Anzahl von Wählern ist noch unentschlossen.
Bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen führen zwei rechtsgerichtete Kandidaten, doch eine große Anzahl von Wählern ist noch unentschlossen.

Laut einer aktuellen Umfrage dominieren derzeit zwei rechtsgerichtete Politiker die Wählergunst bei den für den 12. April angesetzten Präsidentschaftswahlen in Peru, doch ein großer Teil der Wählerschaft ist noch unentschlossen.

Laut einer vom Institut Datum Internacional durchgeführten und im lokalen Fernsehen ausgestrahlten Umfrage erhielt Keiko Fujimori, Vorsitzende der Partei Fuerza Popular und Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, 10,7 % der Stimmen. Dicht dahinter folgte Rafael López Aliaga, ehemaliger Bürgermeister von Lima, mit 10 %.

Die beiden Kandidaten sind die einzigen, die unter den 36 Bewerbern zweistellige Zustimmungswerte erzielten – ein Rekordwert für eine Präsidentschaftswahl in diesem Land. Allerdings gaben fast zwei von fünf befragten Wählern an, sich noch nicht für einen Kandidaten entschieden zu haben oder nicht wählen zu gehen.

Dieses geringe Zustimmungsniveau lässt vermuten, dass am 7. Juni eine Stichwahl stattfinden wird – ein in Peru häufiges Szenario, da seit dem Ende des 20. Jahrhunderts kein Kandidat die Wahl im ersten Wahlgang gewonnen hat.

Der Präsidentschaftswahlkampf findet in einem besonders instabilen politischen Umfeld statt. Seit 2018 hatte das Land acht verschiedene Präsidenten, von denen mehrere ihres Amtes enthoben wurden oder vor dem Ende ihrer Amtszeit zurücktreten mussten. Vier ehemalige Staatsoberhäupter befinden sich derzeit in Haft.

Der peruanische Kongress, der weitgehend von der Rechten dominiert wird und bei der Bevölkerung sehr unbeliebt ist, verschärfte diese Instabilität noch, indem er im vergangenen Monat den letzten Präsidenten nach der Aufdeckung geheimer Treffen mit einem chinesischen Geschäftsmann des Amtes enthoben hat.

Die Kandidatenliste enthält auch atypische Profile, darunter einen beliebten Komiker, einen wohlhabenden Geschäftsmann und einen pensionierten General, was die Zersplitterung der peruanischen politischen Landschaft im Vorfeld der Wahl verdeutlicht.