Biologisch abbaubare Perlen für einen nachhaltigeren Mardi Gras in New Orleans (AP)
Biologisch abbaubare Perlen für einen nachhaltigeren Mardi Gras in New Orleans (AP)

In New Orleans ist die Karnevalszeit traditionell gleichbedeutend mit einem Regen aus grünen, goldenen und violetten Leis, die von den Festwagen geworfen werden. Doch diese Perlen, einst aus Glas und sorgsam aufbewahrt, bestehen heute meist aus billigem Importplastik und werden nach den Umzügen oft achtlos auf den Straßen weggeworfen.

Das Problem hat sich zu einem Umweltproblem entwickelt. Nach schweren Überschwemmungen vor einigen Jahren fand die Stadt über 46 Tonnen Perlen, die die Abflüsse verstopften. Dieser Abfall gelangt auch in den Lake Pontchartrain, wo er die Tierwelt schädigt und zur Mikroplastikverschmutzung beiträgt.

Angesichts dieser Situation haben einige Umzugsorganisationen, sogenannte „Krewes“, beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen. Die Krewe of Freret ging im letzten Jahr noch einen Schritt weiter und verbot Plastikperlen in ihrem Umzug. Dieses Jahr feiern sie ihr Comeback – allerdings in einer neuen, biologisch abbaubaren Form.

Forscher der Louisiana State University haben „PlantMe Beads“ entwickelt, 3D-gedruckte Halsketten aus einem stärkebasierten Biokunststoff namens Polymilchsäure (PLA). Jede Perle ist eine Hohlkugel, die Okrasamen enthält. Nach dem Einpflanzen fördern die Samen den Abbau des Materials und verwandeln so ein Schmuckstück in eine wertvolle Pflanze.

Für die Saison 2026 wurden rund 3.000 Halsbänder hergestellt und an drei Karnevalsvereine verteilt, um deren Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu testen. Forscher arbeiten bereits an Versionen, die sich schneller zersetzen und nicht eingepflanzt werden müssen.

Abgesehen von technologischen Innovationen ist das Problem auch kultureller Natur. Mardi Gras erzeugt jährlich rund 2,5 Millionen Pfund Abfall. Daher entscheiden sich immer mehr Gruppen für langlebigere und nützlichere Artikel – Hüte, Seifen, Lebensmittel – anstelle von Einwegketten.

Für die Organisatoren geht es nicht einfach darum, Plastik durch ein weniger schädliches Material zu ersetzen, sondern die Tradition neu zu denken: Gegenstände sollen geworfen werden, die die Zuschauer behalten, benutzen und wertschätzen möchten. Eine schrittweise Entwicklung hin zu einem Karneval, der weiterhin festlich ist, aber umweltbewusster agiert.