Proteste stören das Ende des Besuchs des israelischen Präsidenten in Australien (AP).
Proteste stören das Ende des Besuchs des israelischen Präsidenten in Australien (AP).

In Melbourne versammelten sich am Donnerstag pro-palästinensische Demonstranten, um gegen den Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog zu protestieren – den letzten Tag seiner offiziellen Australienreise. Auch in Canberra fanden Kundgebungen statt, während aus Sydney gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gemeldet wurden.

Herzog unternahm den Besuch auf Einladung des australischen Premierministers Anthony Albanese inmitten verschärfter Spannungen nach dem Anschlag vom 14. Dezember bei einer Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen. Die Reise sollte insbesondere die Solidarität mit der australischen jüdischen Gemeinde demonstrieren.

In Melbourne erwarteten die Organisatoren rund 5.000 Teilnehmer zu einer Kundgebung im Stadtzentrum. Die Demonstranten verurteilten die israelische Politik im Gazastreifen und forderten die australische Regierung zu einer härteren Haltung gegenüber Israel auf. In angespannter Atmosphäre wurden pro-palästinensische Parolen und Flaggen geschwenkt, die Veranstaltung stand jedoch weitgehend unter Polizeiaufsicht.

In Sydney kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die nach Straßenblockaden und Auseinandersetzungen mehrere Personen festnahm. Die Behörden gaben an, dass für den Präsidentenbesuch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden seien.

Herzog bezeichnete den zunehmenden Antisemitismus in Australien als „erschreckend“ und betonte die Wichtigkeit des Kampfes gegen Hass und Gewalt. Sein Besuch findet vor dem Hintergrund statt, dass der Konflikt im Nahen Osten weiterhin starke internationale Reaktionen hervorruft, auch in geografisch weit entfernten Ländern wie Australien.