Ukrainische Drohnen greifen Lettland an: Verteidigungsminister tritt zurück
Ukrainische Drohnen greifen Lettland an: Verteidigungsminister tritt zurück

Der lettische Verteidigungsminister Andris Spruds gab am Sonntag seinen Rücktritt bekannt, nachdem es zu dem Vorfall gekommen war, bei dem zwei ukrainische Drohnen aus Richtung Russland den Luftraum überquerten und in Ölanlagen in Lettland stürzten.

Am Donnerstag trafen Drohnen ein Öllager in der Stadt Rezekne, verursachten Sachschaden und lösten eine hitzige Debatte über die Effektivität der Luftverteidigungssysteme des Landes aus.

Wenige Stunden vor diesem Rücktritt forderte die lettische Ministerpräsidentin Evika Silina den Rücktritt von Oberst Raivis Melnis mit der Begründung, die Drohnenabwehrsysteme seien nicht schnell genug eingesetzt worden, um den Angriff zu verhindern. Anschließend ernannte sie ihn zum neuen Verteidigungsminister.

Als Reaktion auf diesen Vorfall forderten Lettland und Litauen die NATO auf, die Luftverteidigung in den baltischen Staaten zu verstärken. Die beiden Länder, Mitglieder des Atlantischen Bündnisses und Nachbarn Russlands, befürchten eine Zunahme von Zwischenfällen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bestätigte am Sonntag im Fernsehsender X, dass die Drohnen tatsächlich ukrainischen Ursprungs seien. Laut seinen Angaben seien sie aufgrund einer russischen Operation zur elektronischen Kriegsführung, die ihre Flugbahn stören sollte, von ihren Zielen in Russland abgelenkt worden.

Kiew habe außerdem angeboten, Militärexperten zu entsenden, um die baltischen Staaten bei der Stärkung ihrer Luftsicherheit und Drohnenabwehrfähigkeiten zu unterstützen, sagte Andrii Sybiha am Freitag.

Diese Episode verdeutlicht die wachsende Gefahr einer indirekten Ausweitung des Ukraine-Konflikts auf Russlands Nachbarländer. Seit Kriegsbeginn haben mehrere osteuropäische Staaten ihre Wachsamkeit gegenüber Luftraumverletzungen und Bedrohungen durch Drohnen und Raketen in Grenznähe erhöht.

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