Nahostkrise: BRICS-Staaten zeigen nach einem angespannten Treffen in Neu-Delhi ihre Spaltung.
Nahostkrise: BRICS-Staaten zeigen nach einem angespannten Treffen in Neu-Delhi ihre Spaltung.

Die tiefen Gräben zwischen den BRICS-Staaten in der Nahostkrise traten am Freitag in Neu-Delhi deutlich zutage. Im Anschluss an das jährliche Treffen der Außenminister veröffentlichte Indien unter Vorsitz lediglich eine kurze Erklärung anstelle eines gemeinsamen Kommuniqués – ein ungewöhnliches Zeichen für die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Organisation.

Die indische Regierung räumte „Meinungsverschiedenheiten“ hinsichtlich der Lage am Golf und, allgemeiner gefasst, im Nahen Osten ein. Konkrete Details zu den Streitpunkten wurden nicht genannt, doch diese Unfähigkeit, eine gemeinsame Position einzunehmen, verdeutlicht die mitunter widerstreitenden Interessen der Mächte, die nun die erweiterte BRICS-Gruppe bilden.

Die Gruppe umfasst nun Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sowie mehrere neue Mitglieder wie Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien. Die jüngste Integration von Ländern, die direkt in regionale Spannungen verwickelt oder stark von ihnen betroffen sind, hat die diplomatischen Gespräche innerhalb des Blocks erschwert.

Die Anwesenheit Irans und der Vereinigten Arabischen Emirate am selben Tisch verdeutlicht das heikle Gleichgewicht, das die BRICS-Staaten nun wahren müssen. Einige Mitglieder unterhalten enge strategische Beziehungen zu Teheran, während andere ihre wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Verbindungen zu den Golfstaaten oder westlichen Mächten aufrechterhalten wollen.

Das Treffen in Neu-Delhi sollte ursprünglich den BRICS-Staaten die Möglichkeit geben, angesichts der großen internationalen Krisen ihre Geschlossenheit zu demonstrieren und ihren diplomatischen Einfluss auf der Weltbühne zu stärken. Das Fehlen einer gemeinsamen Erklärung unterstreicht jedoch die Schwierigkeiten der Gruppe, in den heikelsten geopolitischen Fragen mit einer Stimme zu sprechen.

Trotz dieser Spannungen präsentieren sich die BRICS-Staaten weiterhin als Alternative zu den von westlichen Mächten dominierten Institutionen. Der Block strebt danach, seinen globalen wirtschaftlichen und politischen Einfluss auszubauen, doch interne Meinungsverschiedenheiten über internationale Konflikte könnten dieses Ziel mit der Erweiterung der Organisation erschweren.

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