Eine Bombe in der europäischen Verteidigung: Das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt scheitert, Airbus blickt nach Schweden.
Eine Bombe in der europäischen Verteidigung: Das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt scheitert, Airbus blickt nach Schweden.

Das Projekt „Future Combat Air System“ (FCAS), das Europa mit einem Kampfflugzeug der neuen Generation ausstatten sollte, scheint an einem Wendepunkt angelangt zu sein. Laut mehreren von Reuters zitierten Quellen sondiert Airbus nun neue Industrieallianzen, insbesondere mit dem schwedischen Konzern Saab, während die deutsch-französische Zusammenarbeit ins Stocken geraten ist.

Dieses Programm, das von Frankreich, Deutschland und Spanien mehrere Jahre lang vorangetrieben wurde, sollte für die kommenden Jahrzehnte das Fundament der europäischen Kampfluftfahrt bilden. Ziel war die Entwicklung eines Flugzeugs, das die bestehenden Flotten schrittweise ersetzen und gleichzeitig die strategische Autonomie des Kontinents stärken sollte.

Angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten des Projekts führt Airbus, das die deutschen und spanischen Interessen in dem Programm vertritt, Berichten zufolge seit mindestens sechs Monaten Sondierungsgespräche mit Saab. Im Mittelpunkt dieser Gespräche stehen verschiedene Formen der militärischen Zusammenarbeit, die durch die Angleichung der Verteidigungspolitiken Berlins und Stockholms begünstigt werden.

Der schwedische Hersteller, bekannt für seinen Kampfjet Saab JAS 39 Gripen, bekräftigte seine Offenheit für industrielle Partnerschaften und betonte gleichzeitig, dass Entscheidungen über ein künftiges Kampfjetprogramm in erster Linie bei den beteiligten Regierungen liegen würden. Airbus lehnte eine Stellungnahme zu diesen Informationen ab.

Die Gespräche zwischen Airbus und Saab verliefen bisher weitgehend konzeptionell, um ein Scheitern des SCAF (Future Combat Air System) nicht voreilig einzugestehen. Laut den zitierten Quellen veranlasst die Möglichkeit eines Abbruchs des deutsch-französischen Programms die Hersteller nun jedoch dazu, alternative Szenarien zu entwickeln, um ihre Ambitionen im Bereich der militärischen Luftfahrt aufrechtzuerhalten.

Airbus hat Berichten zufolge auch hochrangige Kontakte bezüglich eines weiteren internationalen Projekts mit Beteiligung Großbritanniens, Italiens und Japans geknüpft. Diese mögliche Neuausrichtung der Partnerschaften könnte die europäische Verteidigungsindustrie grundlegend verändern und die Weichen für künftige Militärbündnisse auf dem Kontinent neu stellen.

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