Schockwellen in Nigeria: Ein Gericht ordnet die Aberkennung der Registrierung einer wichtigen Oppositionspartei im Vorfeld der Wahlen an.
Schockwellen in Nigeria: Ein Gericht ordnet die Aberkennung der Registrierung einer wichtigen Oppositionspartei im Vorfeld der Wahlen an.

Ein nigerianisches Bundesgericht ordnete am Montag die Streichung von fünf politischen Parteien aus dem Wählerverzeichnis an, darunter eine der wichtigsten Oppositionsbewegungen des Landes. Diese Entscheidung könnte die politische Landschaft Nigerias nur wenige Monate vor den für Januar nächsten Jahres angesetzten Wahlen dramatisch verändern.

Der Bundesrichter Peter Lifu urteilte, dass der Afrikanische Demokratische Kongress (ADC) und vier weitere Parteien die verfassungsrechtlichen Anforderungen hinsichtlich der Wahlergebnisse nicht erfüllt hätten. Er ordnete daher ihre Streichung aus dem offiziellen Register der politischen Parteien an.

Das nigerianische Gesetz schreibt vor, dass eine Partei bei einer Präsidentschaftswahl mindestens einen gewählten Sitz auf irgendeiner Regierungsebene gewinnen oder mindestens 25 % der Stimmen in einem Bundesstaat erhalten muss. Parteien, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden aus dem Wählerverzeichnis gestrichen.

Diese Entscheidung stellt einen schweren Rückschlag für Atiku Abubakar, den ehemaligen Vizepräsidenten Nigerias und eine führende Oppositionsfigur, dar. Als Präsidentschaftskandidat der ADC gilt er als einer der Hauptrivalen von Präsident Bola Tinubu. Die mögliche Auflösung seiner Partei könnte die Handlungsoptionen der Opposition bei den bevorstehenden Wahlen erheblich einschränken.

Die ADC focht die Gerichtsentscheidung umgehend an. Ihr Sprecher, Bolaji Abdullahi, verurteilte die Maßnahme als „direkte Einladung zur Anarchie“. Die Partei kündigte an, Berufung einzulegen und alle verfügbaren rechtlichen und verfassungsmäßigen Mittel auszuschöpfen, um das Urteil aufzuheben.

Dieser Fall ereignet sich inmitten ohnehin angespannter politischer Verhältnisse in Nigeria, wo die Vorbereitungen für die bevorstehenden Wahlen zunehmend Aufmerksamkeit erregen. Sollte die Entscheidung in der Berufung bestätigt werden, könnte dies das politische Machtverhältnis grundlegend verändern und den Verlauf des bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfs beeinflussen.

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