Spektakulärer Einsatz im Ärmelkanal: Britische Streitkräfte beschlagnahmen einen Öltanker, der mit der russischen „Geisterflotte“ in Verbindung steht.
Spektakulärer Einsatz im Ärmelkanal: Britische Streitkräfte beschlagnahmen einen Öltanker, der mit der russischen „Geisterflotte“ in Verbindung steht.

Britische Streitkräfte fingen am Sonntag im Ärmelkanal einen russischen Öltanker ab, der internationalen Sanktionen unterlag. Dies war die erste Operation unter britischem Kommando gegen eine sogenannte „Geisterflotte“, die dazu genutzt wird, die Beschränkungen für russische Ölexporte zu umgehen.

Das unter kamerunischer Flagge fahrende Schiff „Smyrtos“ wurde in den frühen Morgenstunden von Kommandos der Royal Marines und Agenten der National Crime Agency geentert. Die Operation wurde von Chinook-Hubschraubern, weiteren Militärflugzeugen, einer Fregatte und einem Minensuchboot unterstützt.

Laut britischer Regierung ist diese Intervention Teil der Bemühungen, die Öleinnahmen zu unterbinden, die nach Ansicht Londons und seiner Verbündeten zur Finanzierung des russischen Krieges in der Ukraine beitragen. Die britischen Behörden betrachten die sogenannte Geisterflotte als ein Netzwerk von Schiffen, die dazu genutzt werden, die seit Beginn des Konflikts gegen Moskau verhängten Sanktionen zu umgehen.

Der britische Premierminister Keir Starmer lobte die Operation in einer Nachricht, die im sozialen Netzwerk X veröffentlicht wurde. Er erklärte, diese Aktion sei ein weiterer Schlag gegen Russland und eine Warnung an diejenigen, die an der Finanzierung des russischen Kriegseinsatzes in der Ukraine beteiligt sind.

Ein von der Regierung veröffentlichtes Video zeigt Mitglieder britischer Spezialeinheiten, die sich auf den Öltanker abseilen, während Ermittler der National Crime Agency Dokumente an Bord untersuchen. Die Behörden haben keine weiteren Angaben zu möglichen rechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Konsequenzen des Einsatzes gemacht.

Ukrainischer Präsident Volodymyr Zelensky Kiew dankte dem Vereinigten Königreich für diese Operation. Seit mehreren Monaten fordert Kiew seine westlichen Partner auf, die Maßnahmen gegen Schiffe zu verstärken, die im Verdacht stehen, Moskau trotz internationaler Sanktionen weiterhin Energieexporte zu ermöglichen.

Diese Abfangaktion verdeutlicht die verstärkten Bemühungen des Westens, die russischen Energieeinnahmen einzudämmen. Sie könnte auch den Beginn einer verstärkten Überwachung von Schiffen markieren, die im Verdacht stehen, zur Geisterflotte zu gehören und in europäischen und internationalen Gewässern zu operieren.

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