Die israelischen Abrissarbeiten im besetzten Westjordanland werden in großem Umfang fortgesetzt. Dort wurden in letzter Zeit erneut palästinensische Gebäude mit israelischen Baumaschinen und Bulldozern zerstört. Laut lokalen Quellen ist die Stadt Bartaa südwestlich von Jenin besonders stark von diesen Operationen betroffen.
Im Zuge von Infrastruktur- und Straßenbauprojekten werden dort Gebäude und Einrichtungen von Palästinensern abgerissen. Laut denselben Quellen gehen diese Abrisse mit Landenteignungen und der Rodung von Olivenbäumen an mehreren Orten im Westjordanland einher. Bereits am 8. Juni wurden in dieser Stadt etwa zwanzig Häuser zerstört.
In einem weiteren Vorfall riss die israelische Armee ein palästinensisches Haus ab und machte fünf Menschen obdachlos. Die israelischen Behörden rechtfertigen diese Abrisse üblicherweise damit, dass die betreffenden Gebäude ohne Genehmigung in Gebieten unter ihrer Verwaltung errichtet worden seien.
Die Abrisse haben in der israelischen Gesellschaft Reaktionen ausgelöst. Der ehemalige Verteidigungsminister und Generalstabschef Moshe Ya'alon erklärte in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronot, er sei von dem, was er bei einem kürzlichen Besuch im Westjordanland gesehen habe, tief betroffen gewesen. Er betonte, die dortigen Ereignisse würden ein beschämendes Kapitel in der Geschichte des Landes bleiben.
Laut Moshe Ya'alon ist die Gewalt gegen Palästinenser Teil eines „organisierten und systematischen“ Phänomens. Er erklärte außerdem, dass die Täter mancher Angriffe auf Palästinenser trotz der gegen sie erhobenen Anschuldigungen oft straffrei davonkommen.
Laut offiziellen palästinensischen Quellen, die in dem Bericht zitiert werden, wurden seit Oktober 2023 im Westjordanland mindestens 1.155 Palästinenser getötet, etwa 11.750 verletzt und mehr als 22.000 festgenommen. Diese Taten werden der israelischen Armee oder israelischen Zivilisten in den besetzten Gebieten zugeschrieben. Die palästinensischen Behörden berichten zudem von einer Zunahme von Razzien, Festnahmen und Gewalt seit Beginn des Krieges im Gazastreifen.
Das Westjordanland ist weiterhin in die durch die Oslo-Abkommen von 1995 festgelegten Verwaltungszonen unterteilt. Zone C, die etwa 61 % des Territoriums umfasst, steht weiterhin unter israelischer Verwaltungs- und Sicherheitskontrolle. Palästinensische Organisationen und verschiedene Menschenrechtsgruppen prangern regelmäßig die in diesem Gebiet geltenden Baubeschränkungen an und argumentieren, dass diese es palästinensischen Bewohnern extrem erschweren, Baugenehmigungen zu erhalten.
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