Die zypriotische Antikorruptionsbehörde gab bekannt, mögliche Machtmissbräuche des ehemaligen Präsidenten Nicos Anastasiades während seiner Amtszeit festgestellt zu haben. Der Fall wurde dem Generalstaatsanwalt zur Prüfung möglicher rechtlicher Schritte vorgelegt.
Nach ersten Erkenntnissen der Unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurden während Anastasiades' Amtszeit mehrere mutmaßliche Unregelmäßigkeiten begangen. Zu den Vorwürfen gehören Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung politischer Kampagnen und Versuche, Ermittlungen gegen Geschäftsleute, die bestimmte Parteien unterstützen, zu beeinflussen.
Die Behörde berichtet außerdem über mögliche institutionelle Einflussnahme in Fällen, die die Interessen des ehemaligen Staatsoberhaupts unmittelbar berühren könnten. Diese Aspekte gehören zu den Punkten, die derzeit vom Generalstaatsanwalt geprüft werden.
Die Ermittler werfen ihm außerdem vor, vor seiner Wahl zum Präsidenten politischen Einfluss genutzt zu haben, um die Einbürgerung von Mandanten seiner Anwaltskanzlei bei Anträgen auf die zypriotische Staatsbürgerschaft zu erleichtern. Zu diesen Begünstigten zählten wohlhabende russische Geschäftsleute.
Nicos Anastasiades, der Zypern von 2013 bis 2023 regierte, hat jegliche Vorwürfe des Fehlverhaltens stets zurückgewiesen. Seine Amtszeit war jedoch von der Kontroverse um das Programm „Staatsbürgerschaft für Investoren“ geprägt, das es wohlhabenden Investoren ermöglichte, im Austausch für substanzielle Investitionen im Land zypriotische Pässe zu erhalten.
Dieses Programm wurde 2020 nach einer Reihe von Enthüllungen eingestellt, die gravierende Mängel in den Mechanismen zur Überwachung und Überprüfung der Begünstigten aufzeigten. Tausende Menschen hatten vor der Einstellung des Programms durch dieses die zypriotische Staatsbürgerschaft erlangt.
Die Überweisung des Falls an den Generalstaatsanwalt stellt keine Anklage dar, ebnet aber den Weg für eine gründliche Prüfung der Vorwürfe. Dieser Fall könnte die Debatte über Transparenz und Korruptionsbekämpfung im zypriotischen Politikbetrieb neu entfachen, Jahre nach dem Ende des umstrittenen Einbürgerungsprogramms für ausländische Investoren.
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