DENPASAR, Indonesien – Die indonesischen Behörden gaben am Donnerstag die Festnahme mehrerer Ausländer auf Bali bekannt, darunter eines Australiers, eines Inders und eines Amerikaners. Die Festnahmen erfolgten wegen Drogendelikten. Aufgrund der strengen Drogengesetze des Landes drohen diesen schweren Vorwürfen die Todesstrafe.
Alles begann am 29. Mai am internationalen Flughafen Ngurah Rai, als Zollbeamte einen indischen Staatsbürger mit den Initialen HV anhielten, der eine verdächtig aussehende Sporttasche bei sich trug. Bei der Kontrolle wurden in seinen Sachen nach Angaben der Behörden Betäubungsmittel entdeckt.
HVs Vernehmung ergab eine Verbindung zu einem Australier namens PR, der seit 1988 auf Bali lebt. PR soll HV gebeten haben, die Tasche von Los Angeles auf die indonesische Insel zu transportieren. Bei einer Durchsuchung des Hauses, in dem PR wohnte, wurden Haschisch, ein Cannabiskonzentrat, THC-haltige Bonbons und 488 Gramm Marihuana beschlagnahmt. Den Ermittlern zufolge wurde das Haschisch angeblich aus Los Angeles und den Philippinen importiert.
Die Nationale Anti-Drogen-Agentur der Provinz Bali teilte mit, die beiden Männer stünden nun unter Verdacht des Drogenhandels. „PR wird verdächtigt, gegen das indonesische Drogengesetz verstoßen zu haben, das mit der Todesstrafe, lebenslanger Haft oder vier bis zwölf Jahren Gefängnis geahndet wird“, sagte I Made Sinar Subawa, ein Beamter der Agentur.
Ein dritter Mann, ein US-Bürger mit den Initialen WM, wurde ebenfalls am 23. Mai festgenommen. Er wurde abgefangen, als er ein Paket in einem Postamt auf Bali abholen wollte. Darin befanden sich 99 orangefarbene Amphetamintabletten, versteckt in silbernen Verpackungen. Die Behörden beschlagnahmten im Zusammenhang mit dem Fall auch ein Apple-Handy.
Auf einer Pressekonferenz in Denpasar präsentierten die Behörden die beschlagnahmten Beweismittel, darunter Cannabis, Haschisch und Amphetamine, die im Besitz der Verdächtigen gefunden wurden. Alle warten nun auf ein Gerichtsverfahren, einschließlich einer möglichen Verurteilung in Indonesien.
Trotz einiger der strengsten Gesetze weltweit bleibt Indonesien ein Brennpunkt des internationalen Drogenhandels, insbesondere aufgrund seiner jungen Bevölkerung, die ein bevorzugtes Ziel krimineller Netzwerke ist. Derzeit sind in Indonesien rund 530 Menschen, darunter 96 Ausländer, zum Tode verurteilt, hauptsächlich wegen Drogendelikten. Die letzten Hinrichtungen fanden im Juli 2016 statt.