Die Einführung neuer Altersbeschränkungen für das Internet in Australien hat zu einem sprunghaften Anstieg der VPN-Downloads und zur Sperrung bestimmter pornografischer Webseiten für Nutzer im Land geführt. Diese Maßnahmen, die am Montag in Kraft traten, zielen darauf ab, Minderjährige besser vor als anstößig eingestuften Online-Inhalten zu schützen.
Laut Nutzungsdaten gehören VPNs mittlerweile zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps auf Smartphones in Australien. Diese Tools ermöglichen es Internetnutzern, bestimmte geografische Beschränkungen zu umgehen, was ihre plötzliche Popularität nach Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung teilweise erklärt.
Unterdessen gab Aylo, einer der weltweit größten Anbieter pornografischer Inhalte und Betreiber der Website Pornhub, bekannt, den Zugriff auf einige seiner Dienste aus Australien zu sperren. Das Unternehmen erklärte, es könne die neuen Auflagen der australischen Behörden nicht sofort erfüllen.
Die neuen Bestimmungen verpflichten Webseiten, die Pornografie verbreiten, zu überprüfen, ob die Nutzer über 18 Jahre alt sind. Auch App-Download-Plattformen müssen Altersprüfungen durchführen, bevor sie die Installation von Software für Erwachsene zulassen.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Politik der digitalen Regulierung in Australien. Im vergangenen Dezember war das Land das erste weltweit, das Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbot.
Das Gesetz enthält auch Verpflichtungen für Chatbot-Dienste, die künstliche Intelligenz nutzen. Diese müssen Minderjährige vor dem Zugriff auf bestimmte Inhalte schützen, darunter Pornografie, extreme Gewalt oder Inhalte im Zusammenhang mit Selbstverletzung und Essstörungen. Bei Zuwiderhandlung drohen Geldstrafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar.
Für Julie Inman Grant, Australiens Beauftragte für Online-Sicherheit, zielen diese Regeln darauf ab, das Internet an die bereits bestehenden Schutzmaßnahmen im realen Leben anzugleichen. „Heute darf ein Kind keine Bar betreten, keinen Stripclub besuchen oder an einem Blackjack-Tisch in einem Casino sitzen“, erklärte sie zur Begründung dieser neuen Einschränkungen.