Drei thailändische Seeleute, die einen tödlichen Angriff auf ihr Schiff in der Straße von Hormus überlebt haben, haben in ihrem Heimatland eine Klage auf Entschädigung eingereicht. Das thailändische Arbeitsgericht hat ihre Klage angenommen und wird den Fall gegen mehrere mit dem Schiff verbundene Unternehmen und Beamte verhandeln.
Die drei Männer, Überlebende des Angriffs auf das Frachtschiff Mayuree Naree im März , fordern jeweils mindestens eine Million Baht (etwa 30.000 US-Dollar). Laut ihrem Anwalt werfen sie ihrem Arbeitgeber vor, sie in ein bekanntes Konfliktgebiet geschickt und damit ihr Leben gefährdet zu haben. Zudem habe er ihnen nach dem Unglück keine angemessene Unterstützung zukommen lassen.
Der Angriff ereignete sich während des Iran-Israel-Krieges. Drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, zwanzig weitere wurden nach der Evakuierung des Schiffes gerettet. Die Kläger geben an, nun an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu leiden, die sie an der Rückkehr in ihren Beruf als Seeleute hindert.
Die ehemaligen Seeleute sind der Ansicht, dass die bisher gezahlte Entschädigung, die sich auf zwei Monatsgehälter und die Erstattung des Wertes ihrer verlorenen persönlichen Gegenstände beschränkt, völlig unzureichend ist und internationalen Standards für den Arbeitnehmerschutz nicht entspricht. Sie klagen daher vor thailändischen Gerichten.
Die Reederei Precious Shipping ihrerseits beteuert, alle ihre rechtlichen und vertraglichen Verpflichtungen erfüllt zu haben. Das Unternehmen versichert, die betroffenen Besatzungsmitglieder und die Familien der Opfer seit dem Anschlag kontinuierlich unterstützt zu haben.
Diese Klage könnte einen Präzedenzfall für die Haftung von Reedereien in Kriegsgebieten schaffen. Sie erfolgt vor dem Hintergrund von Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, die die Besorgnis um die Sicherheit der Besatzungen und die Risiken für Seeleute in Konfliktgebieten neu entfacht haben.
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