Eine 82-jährige Frau, die zum Symbol für die Familien verschwundener Häftlinge in Venezuela geworden war, starb nur zehn Tage, nachdem die Behörden den Tod ihres Sohnes in Haft bestätigt hatten – ein Fall, der im Land starke Emotionen ausgelöst hat.
Carmen Navas hatte fast ein Jahr lang öffentlich nach ihrem 50-jährigen Sohn Victor Quero Navas gesucht. Monatelang hatte sie zahlreiche Anfragen bei den Gefängnisbehörden gestellt und Zeugenaufrufe gestartet, um herauszufinden, was mit ihm geschehen war.
Laut der Nichtregierungsorganisation Foro Penal hätten Gefängnisbeamte ihm wiederholt gesagt, sie wüssten nicht, wo sein Sohn sei. Erst vor zehn Tagen bestätigten die Behörden offiziell, dass Victor Quero im vergangenen Juli im Gefängnis Rodeo I gestorben war.
Die venezolanische Regierung gab bekannt, dass der Häftling an Atemversagen gestorben sei. Diese verspätete Enthüllung löste in Venezuela Empörung aus, wo verschiedene Organisationen regelmäßig Verschwindenlassen und Misshandlungen in Haftanstalten anprangern.
Der Fall von Carmen Navas hatte die Öffentlichkeit tief bewegt. Trotz ihres hohen Alters war sie zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten für Familien geworden, die nach inhaftierten oder vermissten Angehörigen im Land suchten.
Oppositionsführerin Maria Corina Machado würdigte sie in den sozialen Medien und erklärte, sie habe sich einem „terroristischen Apparat“ entgegengestellt, um ihren Sohn zu finden. Sie erklärte, Carmen Navas repräsentiere nun „die Stimme Tausender Mütter“, die mit dem Verschwinden oder der Inhaftierung ihrer Angehörigen konfrontiert seien.
Dieser Fall ereignet sich in einem äußerst angespannten politischen Klima in Venezuela, wo Menschenrechtsorganisationen den Behörden regelmäßig willkürliche Verhaftungen und Misshandlungen von Gegnern und Gefangenen vorwerfen.
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