Der Streik im öffentlichen Nahverkehr, der Teile Kenias lahmgelegt hatte, wurde am Dienstag nach einer vorläufigen Einigung zwischen der Regierung und Verbänden der Bus- und Minibusbesitzer ausgesetzt. Auslöser des Streiks war ein starker Anstieg der Treibstoffpreise infolge der globalen Spannungen durch den Iran-Krieg.
Der kenianische Innenminister Kipchumba Murkomen gab bekannt, dass die Betreiber zugestimmt hätten, den Streik für eine Woche auszusetzen, um die Verhandlungen mit den Behörden fortsetzen zu können.
Die Proteste führten in mehreren Städten des Landes, insbesondere in Nairobi, zu erheblichen Beeinträchtigungen. Schulen blieben geschlossen, und viele Einwohner waren aufgrund fehlender Verkehrsmittel gezwungen, zu Fuß zu gehen. Die öffentliche Wut griff aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten auch auf mehrere Regionen über.
Laut Innenminister kamen bei den mit dem Streik verbundenen Protesten am Montag mindestens vier Menschen ums Leben und rund dreißig wurden verletzt. Die Gewalt hat den Druck auf die Regierung erhöht, die mit starken sozialen Unruhen aufgrund von Inflation und steigenden Energiepreisen zu kämpfen hat.
Im Zuge der Gespräche am Montag schlug die Regierung vor, den Dieselpreis um etwa 10 Schilling pro Liter zu senken, um die Spannungen abzubauen. Die Spediteure hielten diese Maßnahme jedoch für unzureichend und forderten eine deutlich höhere Senkung um 46 Schilling pro Liter.
Diesel ist der wichtigste Kraftstoff für den öffentlichen Nahverkehr in Kenia. Steigende Energiepreise belasten den Sektor unmittelbar, der bereits durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und sinkende Kaufkraft der Haushalte geschwächt ist.
Diese Krise verdeutlicht die globalen Auswirkungen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten auf afrikanische Volkswirtschaften, die von Treibstoffimporten abhängig sind. Die bevorstehenden Gespräche zwischen der kenianischen Regierung und den Transportunternehmen werden genau beobachtet, um ein Wiederaufflammen der sozialen Bewegung zu verhindern.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.