Die türkische Rundfunkbehörde (RTÜK) hat das Programm von Sözcü TV am Donnerstag für zehn Tage ausgesetzt und dem Sender die „Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit“ vorgeworfen. Zu dieser Sanktion kam es, nachdem der Sender erst kürzlich mit einer Geldstrafe belegt worden war. Die Regulierungsbehörde warnt, dass im Wiederholungsfall die Sendelizenz vollständig entzogen werden könne.
Nach Imamoglus Verhaftung verschärften sich die Repressionen
Die Sperrung von Sözcü TV ist Teil einer Reihe von Sanktionen gegen regierungskritische Medien. Drei weitere Sender, darunter Halk TV, wurden ebenfalls ins Visier genommen. Mittlerweile wurden seit Beginn der Protestwelle, die durch die Inhaftierung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu ausgelöst wurde, elf Journalisten festgenommen. Während mehrere von ihnen freigelassen wurden, befinden sich zwei noch immer in Haft.
Die BBC ihrerseits verurteilte die Ausweisung eines ihrer Korrespondenten, dem die türkischen Behörden vorwerfen, er stelle „eine Bedrohung für die öffentliche Ordnung“ dar. Für die Opposition spiegeln diese Maßnahmen den wachsenden Wunsch wider, die Pressefreiheit angesichts sensibler politischer Termine zu unterdrücken.