Alex Saab, ein enger Verbündeter des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, wurde in die Vereinigten Staaten abgeschoben, wie die venezolanische Migrationsbehörde SAIME am Samstag mitteilte. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Wendepunkt in den komplexen Beziehungen zwischen Washington und Caracas.
Der 54-jährige kolumbianisch-venezolanische Geschäftsmann wurde im vergangenen Februar in Caracas im Rahmen einer gemeinsamen Operation von US-amerikanischen und venezolanischen Behörden festgenommen, wie US-amerikanische Strafverfolgungsbehörden mitteilten. Seine Festnahme erfolgte einen Monat nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte in der venezolanischen Hauptstadt.
Die Ausweisung von Alex Saab wird als Zeichen einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsdiensten beider Länder unter der Interimspräsidentschaft von Delcy Rodríguez, der ehemaligen Vizepräsidentin von Maduro, interpretiert.
Alex Saab war bereits 2020 auf den Kapverden festgenommen und anschließend wegen Korruption und Geldwäsche an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs, der die Freilassung in Venezuela inhaftierter US-Bürger ermöglichte, erhielt er 2023 schließlich eine Begnadigung durch den Präsidenten.
Laut mehreren Quellen aus dem Umfeld des Falls hoffen die US-Behörden nun, von Saab Informationen zu erhalten, die ihre Anklage gegen Nicolás Maduro stärken könnten. Der ehemalige venezolanische Präsident und seine Frau Cilia Flores wurden im Januar nach New York überstellt, um sich dort unter anderem wegen Verschwörung zum Drogenhandel und Terrorismus zu verantworten. Sie weisen die Vorwürfe entschieden zurück.
Alex Saab, der lange als einer der einflussreichsten Männer in Maduros engstem Kreis galt, stand im Verdacht Washingtons, eine zentrale Rolle bei mehreren Finanzoperationen der venezolanischen Regierung gespielt zu haben. Seine Rückführung in US-Gewahrsam könnte nun ein neues und brisantes juristisches Kapitel im Zusammenhang mit dem ehemaligen Chavista-Regime aufschlagen.
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