Airbus hat einige seiner Kunden vor weiteren Verzögerungen bei den A350-Auslieferungen gewarnt, was die Besorgnis über die Lieferkette des Flaggschiff-Langstreckenprogramms des europäischen Konzerns verstärkt.
Laut mehreren Branchenquellen, die von Reuters zitiert werden, sind diese Verzögerungen hauptsächlich auf anhaltende Schwierigkeiten im ehemaligen Werk von Spirit AeroSystems in Kinston, North Carolina, zurückzuführen. Das Werk, das kürzlich von Airbus übernommen wurde, produziert wichtige Rumpfkomponenten aus Verbundwerkstoffen für den A350.
Die Lieferengpässe betreffen hauptsächlich die Versorgung mit Verbundwerkstoffplatten für den oberen Rumpfbereich und Kohlefaserholmen für die Tragflächen. Berichten zufolge gibt es auch Schwierigkeiten bei der Fertigung der Frachttüren in Spanien für den zukünftigen A350 Freighter, die Frachtversion des Flugzeugs.
Airbus lehnte eine Stellungnahme zu den von Branchenkreisen genannten Lieferterminen ab. Der Hersteller bestätigte jedoch, dass der Erstflug des A350 Freighter, der für dieses Jahr geplant ist, und die erste Auslieferung im Jahr 2027 nach aktuellem Stand weiterhin planmäßig stattfinden werden.
Der europäische Konzern erwarb das Werk in Kinston im vergangenen Jahr im Zuge der Auflösung von Spirit AeroSystems. Weitere Werke des Ausrüstungsherstellers wurden ebenfalls von Boeing übernommen. Branchenkennern zufolge gestaltete sich der Übergang jedoch aufgrund von Personalproblemen und dem Abgang von Mitarbeitern in die unter Boeings Kontrolle verbliebenen Betriebe schwierig.
„Der Übergang verlief nicht ohne Herausforderungen“, sagte eine hochrangige Quelle aus der Luftfahrtindustrie gegenüber Reuters. Diese Schwierigkeiten treten auf, da die globale Luftfahrtindustrie seit Beginn der Pandemie weiterhin unter Lieferkettenproblemen leidet.
Der A350 stellt für Airbus ein wichtiges strategisches Programm im Markt für Langstreckenflugzeuge dar. Weitere Verzögerungen könnten sich auf die Fluggesellschaften auswirken, die bereits jetzt in der globalen Luftfahrtindustrie mit verlängerten Lieferzeiten zu kämpfen haben.
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