Afghanistan: Proteste gegen das Kopftuch im Westen des Landes gewaltsam aufgelöst, laut Zeugenaussagen eine Frau getötet
Afghanistan: Proteste gegen das Kopftuch im Westen des Landes gewaltsam aufgelöst, laut Zeugenaussagen eine Frau getötet

Afghanische Sicherheitskräfte lösten am Dienstag in der westlichen Provinz Herat eine Demonstration für Frauenrechte auf. Zuvor waren Spannungen durch die Festnahme von Frauen entstanden, denen vorgeworfen wurde, gegen die von den Taliban auferlegten Kleidungsvorschriften verstoßen zu haben. Augenzeugen berichteten von einem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte, bei dem es Tote und Verletzte gab.

Laut mehreren Anwohnern wurde bei dem Einsatz mindestens eine Person getötet, mehrere weitere verletzt und Dutzende Demonstranten, darunter Frauen und Mädchen, festgenommen. Die genauen Umstände der Gewalt lassen sich jedoch weiterhin nur schwer unabhängig überprüfen.

Die Proteste begannen Berichten zufolge, nachdem die Sittenpolizei der Taliban interveniert und Festnahmen wegen Verstößen gegen die strengen Hijab-Vorschriften vorgenommen hatte. Diese Maßnahmen sind Teil der Restriktionen, die die Behörden seit ihrer Rückkehr an die Macht im Jahr 2021 eingeführt haben.

Die Taliban-Behörden haben weder Opfer noch Festnahmen im Zusammenhang mit der Demonstration bestätigt. Ein Sprecher der Polizei von Herat erklärte, die Versammlung habe Spannungen hervorgerufen und die öffentliche Ordnung gestört; er bezeichnete den Protest als Widerstand gegen eine religiöse Pflicht.

Ein Beamter der örtlichen Abteilung zur „Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters“ widersprach seinerseits Berichten über Verhaftungen wegen Nichteinhaltung des Hijab und erklärte, die Behörden beschränkten sich darauf, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und ihr Handlungsempfehlungen zu geben.

Seit ihrer Rückkehr an die Macht im Jahr 2021 haben die Taliban in Afghanistan zahlreiche Einschränkungen für Frauen und Mädchen verhängt, insbesondere in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und bürgerliche Freiheiten, was scharfe Kritik von der internationalen Gemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen hat.

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