Der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), eine einflussreiche, der indischen Regierung nahestehende Hindu-Bewegung, gab am Dienstag bekannt, dass er im Ausland eine Reihe von Initiativen gestartet habe, um den Vorwürfen seiner angeblichen Rolle bei Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten in Indien entgegenzuwirken.
Der Generalsekretär der RSS, Dattatreya Hosabale, gab bekannt, dass Besuche, insbesondere in die Vereinigten Staaten, nach Großbritannien und nach Deutschland, organisiert worden seien. Weitere internationale Reisen seien für die kommenden Monate geplant.
Laut RSS zielen diese Schritte darauf ab, das ihrer Ansicht nach verzerrte Bild der Bewegung im Ausland zu korrigieren. Die Gruppe weist entschieden die Anschuldigungen zurück, sie sei eine paramilitärische Organisation, die an Angriffen gegen Minderheiten beteiligt sei.
Diese Kampagne folgt auf die Veröffentlichung eines Berichts der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit, in dem im November festgestellt wurde, dass die RSS „seit Jahrzehnten“ an Akten extremer Gewalt und Intoleranz gegenüber Minderheitengruppen beteiligt sei.
Die RSS nimmt eine zentrale Stellung in der indischen politischen Landschaft ein. Premierminister Narendra Modi selbst trat der Organisation in seiner Jugend bei, und die Bewegung gilt als einer der wichtigsten ideologischen Unterstützer der Bharatiya Janata Party (BJP).
Der politische Aufstieg der BJP in den letzten Jahren beruht maßgeblich auf dem umfangreichen Netzwerk von Freiwilligen der RSS. Dieser Fortschritt ging jedoch mit einer zunehmenden Polarisierung zwischen hinduistischen und muslimischen Gemeinschaften in diesem offiziell säkularen Land mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit einher.
Die Kritik an der RSS und der indischen Regierung hinsichtlich der Rechte von Minderheiten hat international zugenommen. Die indischen Behörden weisen diese Vorwürfe regelmäßig zurück und behaupten, sie beruhten auf einer einseitigen Interpretation der Situation im Land.
Diese diplomatische Offensive der RSS verdeutlicht somit das Bestreben der Bewegung, ihr Image im Ausland zu verteidigen, während Debatten über Religionsfreiheit und ethnische Spannungen weiterhin Kontroversen um die indische Macht anheizen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.