Ein Entwurf für ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien über die Entwicklung ziviler Kernenergie gibt in Washington Anlass zu großer Besorgnis. Einige Abgeordnete sind der Ansicht, dass die darin enthaltenen Nichtverbreitungsgarantien unzureichend sind.
Laut einem Schreiben des US-Außenministeriums, das Abgeordneten vorliegt, enthält der Text nicht die von mehreren demokratischen Abgeordneten geforderten strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Diese Abgeordneten befürchten, dass das Abkommen die internationale Sicherheit gefährden könnte, indem es dem Königreich den Zugang zu sensiblen Technologien erleichtert.
Die Regierung des Präsidenten Donald Trump Dennoch verteidigte er das im vergangenen Jahr gestartete Projekt und hob dessen wirtschaftliche und diplomatische Vorteile hervor. Das erklärte Ziel ist die Stärkung der Energiekooperation mit Saudi-Arabien bei gleichzeitiger Unterstützung amerikanischer Unternehmen im Nuklearsektor.
Doch im Kongress bestehen weiterhin Bedenken, insbesondere aufgrund früherer Äußerungen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, der behauptete, das Königreich könne Atomwaffen erwerben, sollte der Iran solche entwickeln. Diese Aussicht schürt die Angst vor einer Weiterverbreitung von Atomwaffen in einer ohnehin schon hochgradig instabilen Region.
Demokratische Abgeordnete hatten gefordert, dass jedes Nuklearabkommen sogenannte „Referenzstandards“ enthalten müsse, ähnlich denen, die die Vereinigten Arabischen Emirate 2009 akzeptiert haben. Dieser Rahmen verbietet insbesondere die Urananreicherung und die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente, zwei wesentliche Schritte für die potenzielle Herstellung von Atomwaffen.
Das Schreiben des US-Außenministeriums deutet jedoch darauf hin, dass das vorliegende Abkommen lediglich einen bilateralen Schutzmechanismus zwischen Washington und Riad vorsieht, ohne diese strengeren Standards zu erwähnen. Kritiker argumentieren, dass dieser Ansatz bestehende internationale Kontrollmechanismen schwächt.
Der Text befindet sich derzeit in der Endphase der Überarbeitung vor einer möglichen Unterzeichnung durch den Präsidenten. Gemäß US-amerikanischem Recht hätte der Kongress anschließend 90 Tage Zeit, Einspruch zu erheben, was die Tür für eine mögliche politische Auseinandersetzung in Washington über diese strategische Frage öffnen könnte.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.