BFMTV setzt auf Arnaud Montebourg mit einer neuen Sendung, die freitags um 19 Uhr zusammen mit Philippe de Villiers auf Cnews ausgestrahlt wird.
BFMTV setzt auf Arnaud Montebourg mit einer neuen Sendung, die freitags um 19 Uhr zusammen mit Philippe de Villiers auf Cnews ausgestrahlt wird.

BFMTV präsentiert Arnaud Montebourg ab dieser Woche eine neue wöchentliche Sendung, die freitags um 19:00 Uhr ausgestrahlt wird. In der Sendung mit dem Titel „Made in Montebourg“ ist der ehemalige Minister gemeinsam mit der Journalistin Paola Puerari zu sehen. Der Sender möchte sich im hart umkämpften Sendeplatz am frühen Abend, in dem 24-Stunden-Nachrichtensender nach charismatischen Persönlichkeiten suchen, um die Zuschauer zu fesseln, ein unverwechselbares Format etablieren.

Montebourgs Wahl passt in ein bekanntes Profil in der politischen und medialen Landschaft. Als ehemaliger Minister für industrielle Erneuerung und später Wirtschaftsminister unter François Hollande pflegte er das Image eines souveränistischen Linken, der sich auf Reindustrialisierung und die Verteidigung der nationalen Produktion konzentrierte. Seit seinem Ausscheiden aus der Regierung hat er sich zudem das Image eines „Made in France“-Unternehmers aufgebaut, das er durch seine kommerziellen Initiativen, darunter ein als in Frankreich produziert vermarkteter Honig, in der Öffentlichkeit populär gemacht hat. Auf BFMTV verspricht er ein lösungsorientiertes Programm und lehnt ständige Konfrontationsdebatten ab.

Eine „Made in Montebourg“-Veranstaltung, die mit De Villiers auf CNews konkurriert.

Tatsächlich findet der „Wettstreit“ vor allem auf Distanz statt, im Bereich der Zuschauerschaft und der redaktionellen Inhalte. CNews bietet mit Philippe de Villiers, einem konservativen und für seine strikten Positionen bekannten Befürworter des Souveränismus, eine populäre und dezidiert rechte Perspektive. BFMTV kontert mit einer Persönlichkeit vom anderen Ende des politischen Spektrums, die jedoch imstande ist, die gleiche Ebene der wirtschaftlichen Souveränität und der nationalen Erzählung durch die Industrie zu bedienen – ein Thema, das auch bei einer gemäßigt rechten Wählerschaft Anklang findet. Diese Strategie erinnert an die Logik von Primetime-Showkämpfen im digitalen terrestrischen Fernsehen, wo ein Sendeplatz um eine Persönlichkeit, einen Tonfall und Beiträge herum aufgebaut wird, die anschließend in den sozialen Medien geteilt werden.

Arnaud Montebourg präsentiert sein Projekt als „überparteilich“ und auf „Made in France“ ausgerichtet, mit dem Ziel, Konsumenten, Produzenten, Hersteller, Landwirte und Behörden für ein „wichtiges nationales Anliegen“ zu vereinen. Diese Positionierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Reshoring, industrielle Abhängigkeit und wirtschaftliche Souveränität seit der Gesundheits- und Energiekrise an Bedeutung gewonnen haben. BFMTV, das mit sinkenden Einschaltquoten zu kämpfen hat und nun zu CMA Media gehört, versucht angesichts der Konkurrenz, die sich mit meinungsbasierten Programmen etabliert hat, sein persönliches Programmangebot zu stärken. Die genauen Details des Formats und seiner Integration in das Programm müssen noch offiziell bekannt gegeben werden, doch das erklärte Ziel ist klar: ein unverwechselbares Programm in einem Sendeplatz zu etablieren, der sich zu einem wichtigen Indikator für die Stärke von Nachrichtensendern entwickelt hat.