In ihrem jüngsten Bericht, der auf über einer Million Messungen zwischen Juni und August 2025 basiert, zeichnet die Arcep ein eher düsteres Bild der Schienenanbindung. Die Regulierungsbehörde bestätigt, dass TGV-, Intercités- und TER-Züge weiterhin deutlich hinter städtischen Netzen zurückbleiben, in denen das Surfen im Internet relativ problemlos möglich ist. Dieser anhaltende Unterschied führt zu Frustration bei den Fahrgästen, da sie unterwegs immer noch Schwierigkeiten haben, selbst einfache Webseiten zu laden.
Ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das Mühe hat, mitzuhalten
Die Navigation in TGV-Zügen ist nur in 64 % der Fälle zufriedenstellend, und die Regionalzüge Intercités und TER bieten kaum mehr. Die S-Bahnen im Großraum Paris hingegen weisen deutlich höhere Werte auf: Im RER-Netz liegt die Navigationsgenauigkeit bei über 80 % und in der Metro bei fast 93 %. Dieser Unterschied lässt sich größtenteils durch die systembedingten Einschränkungen des Fernverkehrs erklären, wo es beim Beschleunigen häufig zu Verbindungsabbrüchen kommt. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten wechselt der Zug zu schnell zwischen den Antennen, um eine dauerhafte Stabilität zu gewährleisten. Hinzu kommen lange Streckenabschnitte mit schlechter Abdeckung und Tunnel, die den Empfang vollständig blockieren. Die Betreiber räumen ein, dass auf ganzen Streckenabschnitten noch immer Antennen fehlen, doch deren Installation stößt auf lokalen Widerstand, der den Ausbau verzögert. Betrachtet man die Leistung einzelner Betreiber, wird das Bild noch komplexer. Orange sticht im TGV-Hochgeschwindigkeitsnetz deutlich hervor und erreicht in 70 % der Fälle Pünktlichkeit – weit vor den Wettbewerbern mit rund 60 %. Intercity- und TER-Regionalzüge bestätigen diesen Unterschied, wobei Orange erneut ein Trio übertrifft, dessen Werte sich zwischen 52 % und 55 % einpendeln. Diese Diskrepanz verschlechtert tendenziell das Reiseerlebnis weiter, je nachdem, ob sich die Fahrgäste in einer günstigen Gegend befinden und ob sie auf ein effizienteres oder weniger effizientes Streckennetz angewiesen sind.
Trotz der unternommenen Schritte ist eine Besserung noch in weiter Ferne.
Obwohl die SNCF WLAN an Bord anbietet, basiert diese Lösung faktisch auf denselben instabilen Mobilfunknetzen, die auch von den Fahrgästen genutzt werden. Bei schlechter Netzabdeckung oder zu vielen gleichzeitig verbundenen Nutzern kommt es zu einer Überlastung des Signals und einer Verlangsamung der Verbindung. Dadurch sind zwar Fortschritte erkennbar, aber bei Weitem nicht ausreichend. Die Regulierungsbehörde verzeichnet zwar von Jahr zu Jahr Verbesserungen, diese bleiben jedoch marginal und ändern nichts an der alltäglichen Realität: In Fernzügen ist die Verbindung weiterhin instabil, unvorhersehbar und oft unbrauchbar. Angesichts dieser Einschränkungen erwägt die SNCF nun einen grundlegenden Technologiewechsel. Sie prüft die Möglichkeit der Nutzung von Satellitenverbindungen in niedriger Erdumlaufbahn, wie sie beispielsweise von Konstellationen wie Starlink oder OneWeb angeboten werden. Diese Technologien versprechen eine kontinuierliche Verbindung und hohe Bandbreite, die weitgehend unabhängig von der Reisegeschwindigkeit ist. Sollte diese Option genehmigt werden, würde sie die digitale Infrastruktur der französischen Züge revolutionieren. Ihre Implementierung würde jedoch langwierige Testphasen, technische Validierungen und Zertifizierungen erfordern, sodass eine wirkliche Verbesserung noch in weiter Ferne liegt. Für Arcep bleibt die Diagnose unverändert: Trotz Investitionen steht das französische Hochgeschwindigkeitsnetz weiterhin für unzuverlässige Internetverbindungen. Ohne einen massiven Ausbau der Mobilfunkabdeckung oder einen entscheidenden Technologiesprung wird der Internetzugang in TGV-Zügen eher ein Versprechen als ein verlässlicher Service bleiben.