ChatGPT ist nicht Ihr Vertrauter: Was Sie wissen müssen, bevor Sie ihm alles erzählen (AP)
ChatGPT ist nicht Ihr Vertrauter: Was Sie wissen müssen, bevor Sie ihm alles erzählen (AP)

Jeden Tag vertrauen Millionen von Nutzern ChatGPT ihre trivialsten Fragen und persönlichsten Geheimnisse an. Doch nur wenige wissen, dass ihr Austausch nicht immer vertraulich bleibt. Tatsächlich können mehrere menschliche Teams Ihre Nachrichten an die künstliche Intelligenz von OpenAI lesen und manchmal sogar an Dritte weitergeben.

Von Menschen angesehene Gespräche

Anders als viele denken, agiert ChatGPT nicht im luftleeren Raum. OpenAI-Teams haben Zugriff auf bestimmte Konversationen, insbesondere auf solche, die von automatisierten Überwachungssystemen gemeldet werden. Die Sicherheitsabteilung des Unternehmens untersucht diese Gespräche, um potenziellen Missbrauch oder Versuche zur Umgehung von Filtern, wie beispielsweise die Generierung illegaler oder gefährlicher Inhalte, zu erkennen. Andere Konversationen können von OpenAI-Forschern und -Trainern eingesehen werden, um das Modell zu verbessern. Diese Fachleute analysieren gelegentlich Dialogauszüge, um zu verstehen, wie die KI reagiert und wie sie ihr Lernen verfeinern können. Auch externe Dienstleister, die für die Datenannotation zuständig sind, können Zugriff haben, manchmal aus Ländern mit weniger strengen Vertraulichkeitsstandards. Mit anderen Worten: Ihre Nachrichten können durch mehrere Hände gehen, bevor sie dauerhaft archiviert werden. Dies geschieht zwar nicht systematisch, aber das Risiko besteht.

Wenn die Privatsphäre dort endet, wo die Sicherheit beginnt

OpenAI gibt an, dass seine Teams eingreifen können, wenn ein Gespräch die Gefahr körperlicher Gewalt birgt. In schwerwiegenden Fällen können Gespräche an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden, wie ein kürzlicher Vorfall in den USA zeigt, bei dem ein Teenager eine explizite Drohung aussprach. Gespräche über Selbstmordgedanken werden jedoch nicht an die Behörden weitergegeben, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Es ist daher falsch zu glauben, ChatGPT funktioniere wie ein persönliches Tagebuch. Das Tool ist nicht darauf ausgelegt, die Vertraulichkeit von Gesprächen zu gewährleisten oder sensible Informationen zu verarbeiten.

Was Sie ChatGPT niemals anvertrauen sollten

Bestimmte Daten müssen für den Chatbot unbedingt unzugänglich bleiben. Dazu gehören Bankdaten (Kartennummern, Codes oder Kennungen), persönliche Daten (Adresse, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer), vertrauliche berufliche Dokumente, Verträge oder interne Roadmaps. Studien haben gezeigt, dass bestimmte während einer Sitzung eingegebene Informationen versehentlich in der Antwort an einen anderen Benutzer wieder auftauchen können. Ein versehentliches Leck, aber möglich. Wer ChatGPT weiterhin nutzen möchte, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, muss ein paar einfache Schritte unternehmen. Deaktivieren Sie zunächst die Option „Modell für alle verbessern“, damit Ihre Gespräche für Trainingszwecke verwendet werden können. Deaktivieren Sie anschließend die Funktion „Speicher“, damit Ihre Gespräche nach der Sitzung nicht gespeichert werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen machen die Nutzung von ChatGPT zwar nicht vollständig privat, schränken die Risiken aber deutlich ein. Und vor allem: Denken Sie daran, dass alles, was Sie schreiben, eines Tages gelesen, analysiert oder gemeldet werden könnte. Moral: ChatGPT kann ein brillanter Assistent, ein effizienter Editor oder ein großartiges Recherchetool sein, aber sicherlich kein zuverlässiger Vertrauter.

Was sollten wir uns schnell merken?

Jeden Tag vertrauen Millionen von Benutzern ChatGPT ihre trivialsten Fragen und ihre persönlichsten Geheimnisse an. Doch nur wenige wissen