Das Ölabkommen zwischen Washington und Caracas verärgert Peking und führt zu sinkenden Preisen (AP).
Das Ölabkommen zwischen Washington und Caracas verärgert Peking und führt zu sinkenden Preisen (AP).

Die globalen Ölpreise fielen am Mittwoch, nachdem die US-Regierung eine Vereinbarung zur Einfuhr von bis zu 50 Millionen Barrel venezolanischem Rohöl in die Vereinigten Staaten bekannt gegeben hatte. Dieser Schritt rief eine scharfe Reaktion von China hervor, dem wichtigsten traditionellen Abnehmer Venezuelas.

Der amerikanische Präsident Donald Trump Er behauptete, dieses Abkommen würde Venezuela ermöglichen, zuvor durch US-Sanktionen blockierte Ölmengen im Wert von bis zu zwei Milliarden US-Dollar zu verarbeiten und auf dem Markt zu verkaufen. Die Einnahmen würden von Washington kontrolliert, um sicherzustellen, dass sie dem venezolanischen und dem amerikanischen Volk zugutekämen. Die Behörden in Caracas haben das Bestehen dieses Abkommens jedoch nicht offiziell bestätigt.

Die Ankündigung belastete die Rohölpreise, die um etwa 1 % fielen, da die Märkte mit einem Anstieg des globalen Angebots rechneten. Die Vereinbarung könnte zunächst die Umleitung von Lieferungen beinhalten, die ursprünglich für China bestimmt waren. China hat in den letzten Jahren, insbesondere seit der Verhängung westlicher Sanktionen, den Großteil der venezolanischen Exporte abgenommen.

Peking verurteilte die amerikanische Initiative aufs Schärfste. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, warf Washington „Schikanen“ und „Einschüchterung“ vor und argumentierte, diese Aktionen verstießen gegen internationales Recht und verletzten die Souveränität Venezuelas sowie die Rechte seiner Bevölkerung. China verurteilte zusammen mit Russland und mehreren linken Verbündeten Caracas’ auch die jüngste US-Operation, die zur Festnahme des ehemaligen Präsidenten führte. Nicolas Maduro.

Trotz Maduros Verhaftung behalten die Verbündeten der regierenden Sozialistischen Partei die Kontrolle über die Institutionen, mit dem Interimspräsidenten... Delcy Rodriguez An der Spitze der Exekutive steht sie vor der schwierigen Aufgabe, die von ihr als „Entführung“ bezeichnete Situation zu verurteilen und gleichzeitig unter dem ausdrücklichen Druck der Trump-Regierung eine eingeschränkte Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten in Kauf zu nehmen.

Washington scheint kurzfristig der Wiederbelebung des venezolanischen Ölsektors – der trotz der weltweit größten nachgewiesenen Reserven seit Jahren rückläufig ist – Priorität einzuräumen, anstatt einen sofortigen politischen Übergang herbeizuführen. Diese Strategie beunruhigt einige US-Verbündete, die den durch die Verhaftung eines ausländischen Staatsoberhaupts und die wiederholten Drohungen ähnlicher Maßnahmen andernorts geschaffenen Präzedenzfall fürchten.

Aufseiten der venezolanischen Opposition bleiben die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr zu freien Wahlen ungewiss. Maria Corina Machado, eine führende Oppositionsfigur, unterstützt die Idee, Venezuela zu einem regionalen Energiezentrum auszubauen, und betont, dass die Opposition im Falle fairer Wahlen einen deutlichen Sieg erringen würde. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt die politische Zukunft des Landes jedoch eng mit den energiepolitischen und geopolitischen Entscheidungen Washingtons verknüpft.