Paris: Leiter von Nachmittagsbetreuungseinrichtungen zum erneuten Streik bis zum 16. Juni aufgerufen
Paris: Leiter von Nachmittagsbetreuungseinrichtungen zum erneuten Streik bis zum 16. Juni aufgerufen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nachmittagsprogrammen in Paris sind vom 8. bis 16. Juni zu einer erneuten Mobilisierung aufgerufen, um gegen die Arbeitsbedingungen an den Schulen der Hauptstadt zu protestieren. Der Dachverband der Gewerkschaften fordert insbesondere die Schaffung neuer Stellen, um dem ihrer Ansicht nach chronischen Personalmangel entgegenzuwirken, sowie Garantien für die Unterstützung von Mitarbeitenden, gegen die Disziplinarverfahren eingeleitet werden.

Diese neue Welle sozialer Unruhen folgt wenige Wochen nach der ersten Mobilisierung im Mai. Laut Gewerkschaften wurden damals mehrere hundert Betriebe gestört, und fast 2.000 Beschäftigte nahmen an einer Demonstration in den Straßen von Paris teil.

Schulkantinen und außerschulische Aktivitäten gestört

Es wird erwartet, dass die Bewegung vor allem die Mittagspause zwischen 11:30 Uhr und 12:30 Uhr betrifft. Einige Kantinen könnten daher gezwungen sein, je nach Beteiligungsgrad am Streik zu schließen oder mit reduzierter Kapazität zu arbeiten.

Die Gewerkschaften sind der Ansicht, dass der aktuelle Personalstand für eine angemessene Betreuung der Kinder nicht mehr ausreicht. Sie kritisieren die starke Abhängigkeit von dem bereits vorhandenen Personal und argumentieren, dass dies keine nachhaltige Lösung für die Bedürfnisse des Sektors darstellt.

Die Gespräche mit dem Rathaus haben begonnen.

Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire traf sich in den vergangenen Tagen mit Gewerkschaftsvertretern. Der Stadtrat bezieht sich dabei insbesondere auf die Arbeit des Bürgerkonvents zum Thema Kinderzeit, dessen Ergebnisse Ende Juni erwartet werden.

Diese Überprüfung zielt insbesondere darauf ab, die Organisation von Nachmittagsaktivitäten zu überarbeiten und die Sicherheit der Kinder zu verbessern. Zu den in Betracht gezogenen Lösungsansätzen gehört der Wunsch, zu verhindern, dass eine Betreuungsperson während ihrer Tätigkeit mit einem Kind allein gelassen wird.

Nach mehreren Fällen herrschte ein Klima der Spannung.

Die Gewerkschaften prangern zudem die ihrer Ansicht nach besonders angespannte Atmosphäre seit der Einführung des städtischen Plans zur Bekämpfung sexueller Gewalt in außerschulischen Programmen an. Sie sind der Ansicht, dass einige Mitarbeiter ohne ausreichende Unterstützung suspendiert werden, selbst in Fällen, die keine Straftat darstellen.

Seit Anfang 2026 wurden mehrere Dutzend städtische Angestellte im Rahmen von Verfahren wegen des Verdachts auf Gewalt oder unangemessenes Verhalten suspendiert. Die Stadtverwaltung bekräftigt ihre Absicht, den Kinderschutz zu verstärken und gleichzeitig den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern fortzusetzen.

Vor dem Pariser Rat ist eine Demonstration geplant.

Der Gewerkschaftsverband ruft die Beschäftigten auf, am 16. Juni zur Eröffnung der Pariser Stadtratssitzung zu demonstrieren, um den Druck auf die Stadtverwaltung aufrechtzuerhalten. Die Gewerkschaften hoffen, vor der für Juli geplanten Vorlage des überarbeiteten Haushaltsplans konkrete Zusagen zu erreichen.

Für die Personalvertreter geht es um mehr als nur die Frage des Personalbestands. Sie sind überzeugt, dass die Attraktivität des Berufs, die Arbeitsbedingungen und die Qualität der Betreuung von Kindern an Pariser Schulen nun unmittelbar von den Entscheidungen abhängen, die in den kommenden Wochen getroffen werden.

Gemeinschaft

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