Trotz eines Präfekturverbots fand am Sonntag in der Maasregion eine Demonstration gegen das Cigéo-Projekt zur Endlagerung von Atommüll statt. Rund 85 Aktivisten versammelten sich und marschierten unter strenger Polizeiaufsicht friedlich zwischen Luméville und Mandres-en-Barrois.
Die Sicherheitsvorkehrungen waren umfangreich und umfassten zahlreiche Kontrollpunkte sowie den Einsatz von Drohnen und einem Hubschrauber. Die Behörden begründeten das Versammlungsverbot mit der fehlenden Voranmeldung und der Befürchtung von Ausschreitungen aufgrund der möglichen Anwesenheit radikaler Gruppen.
Ein lange umstrittenes Projekt
Das 1991 gestartete Projekt Cigéo sieht vor, ab 2050 hochradioaktiven Atommüll 500 Meter tief unter der Erde zu lagern. Es handelt sich dabei um rund 83.000 m³ Abfall, der Hunderttausende von Jahren lang gefährlich bleiben soll – ein Zeitraum, der Kritik von Teilen der Zivilgesellschaft hervorruft.
Die Kosten des Projekts werden mittlerweile auf über 33 Milliarden Euro geschätzt, eine deutliche Steigerung gegenüber den ursprünglichen Schätzungen. Diese finanzielle Dimension trägt zusammen mit Umwelt- und Sicherheitsbedenken dazu bei, dass der Widerstand vor Ort anhält.
Eine strukturierte und wiederkehrende Mobilisierung
Trotz der angespannten Atmosphäre verlief die Demonstration ohne größere Zwischenfälle. Die Behörden hatten um die Anlagen der Nationalen Agentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle Sperrzonen eingerichtet, um Unruhen zu verhindern.
Das Gelände in Bure ist nach wie vor ein regelmäßiger Treffpunkt für die Gegner des Projekts. Bereits im vergangenen September hatten sich dort mehrere Hundert bis einige Tausend Menschen zu einer offiziellen Demonstration versammelt, die von der Polizei stark überwacht wurde.
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