Anlässlich seines 200-jährigen Jubiläums plant Hachette Livre eine große Veranstaltung. Vom 13. bis 15. März verwandelt der Verlag den Palais Brongniart in Paris in ein kostenloses Event mit Ständen, Signierstunden, Vorträgen und einer Ausstellung zum Verlagsgeschichte. Offiziell als öffentliche Feier konzipiert, dient diese Veranstaltung auch als Machtdemonstration für Frankreichs führenden Verlag – in einer Zeit, in der sein Einfluss auf die Literaturlandschaft weiterhin für Diskussionen sorgt.
Eine riesige Jubiläumsfeier unter dem Kirchenschiff des Palais Brongniart
Laut den Organisatoren der Hachette Grand Encounters versammeln sich anlässlich des 200-jährigen Firmenjubiläums über 50 Imprints und Marken des Konzerns sowie mehrere Partnerverlage zu einer Veranstaltung mit Autorengesprächen, verschiedenen Aktivitäten und einer großen Ausstellung. Das Programm umfasst über hundert Veranstaltungen und einen Auftritt von Dan Brown als Ehrengast. Die kostenlose Veranstaltung dient als große Bühne für das Hachette-Universum.
Bei der Veranstaltung präsentierte Hachette vor allem die Bandbreite seines Katalogs und seiner Imprints. Laut franceinfo Culture waren im Palais Brongniart rund 70 Verlage vertreten, darunter Grasset, Fayard, JC Lattès, Larousse und Le Livre de Poche. Der Konzern verfolgte diese Präsentationsstrategie ganz bewusst. Arnaud Lagardère erklärte auf einer Pressekonferenz, wie franceinfo Culture berichtete, dass es auch darum ginge, die Stärke eines Konzerns zu feiern, der zu den weltweit führenden Akteuren der Branche zählt.
Eine festliche Buchmesse, die das Gleichgewicht der Buchwelt erschüttert.
Diese Feier ist jedoch im Verlagskalender alles andere als unbedeutend. Sie findet nur wenige Wochen vor dem Pariser Buchfestival statt, bei dem in diesem Jahr mehrere Hachette-Verlage fehlen werden. Pierre-Yves Bérenguer, Leiter des vom französischen Verlegerverband (Syndicat national de l'édition) organisierten Festivals, äußerte sich am 11. März gegenüber franceinfo Culture bereits bedauerlich über diese Entscheidung und befürchtete, dass die Abwesenheit vor allem „den Autoren“ schaden würde. Arnaud Lagardère wiederum schlug laut franceinfo Culture vor, dass diese „Grandes Rencontres“ (Große Begegnungen) zu einer jährlichen Veranstaltung werden könnten, sollte sich der Versuch als erfolgreich erweisen.
Das zweihundertjährige Jubiläum bot zudem den Rahmen für eine symbolträchtige Ankündigung: die Ankunft von Boualem Sansal in Grasset, die offiziell zur Eröffnung der Veranstaltung verkündet wurde. Dieser Schritt verlieh der ohnehin schon mit Spannung erwarteten Buchmesse noch mehr Bedeutung, wo die Feier des Buches mit einem strategischen Schachzug einherging. Jenseits der Stände, der Signierstunden und des freien Eintritts feiert Hachette nicht nur seine Geschichte, sondern unterstreicht auch seine zentrale Rolle im zeitgenössischen französischen Verlagswesen.