Am Dienstag, dem 10. März, wird in ganz Frankreich das Lesen gefeiert. Das Nationale Buchzentrum (CNL) organisiert die fünfte Ausgabe der Nationalen Leseviertelstunde, einer Initiative, die alle dazu einlädt, mindestens fünfzehn Minuten ihres Tages dem Lesen zu widmen.
Laut franceinfo sind landesweit fast 800 Veranstaltungen geplant, um diese Mobilisierung zu unterstützen. Die Kampagne ermutigt Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von ihrer Beziehung zu Büchern (ob regelmäßige Leser, Gelegenheitsleser oder Nichtleser) – sich Zeit zum Lesen zu nehmen und ihre Bildschirme beiseitezulegen.
Eine Initiative, um das Lesen wieder in den Mittelpunkt des Alltags zu rücken.
Das Ziel dieses Tages ist einfach: alle daran zu erinnern, dass Lesen problemlos in einen vollen Terminkalender integriert werden kann. Das Nationale Buchzentrum lädt alle Teilnehmenden ein, allein oder in Gruppen zu lesen – in Schulen, Vereinen, Unternehmen oder Behörden.
Seit 2019 hat das Ministerium für Nationale Bildung auch eine Viertelstunde tägliches Lesen in den Schulen allgemein eingeführt, eine Praxis, die dem Geist dieser nationalen Operation entspricht.
Hunderte von Veranstaltungen in ganz Frankreich
Lokale Initiativen werden an zahlreichen Orten organisiert: in Bibliotheken, Buchhandlungen, Gemeindezentren und sogar Seniorenheimen. Leseclubs und -vereine bieten ebenfalls Möglichkeiten zum Vorlesen oder zu Treffen rund um das Thema Bücher.
In diesem Jahr wird die Veranstaltung von mehreren Persönlichkeiten aus der Kulturwelt unterstützt, darunter die Schriftstellerinnen Leïla Slimani, Aurélie Valognes und Agnès Ledig sowie der Karikaturist Julien Neel.
Ein Kontext, der durch einen Rückgang des Lesens gekennzeichnet ist
Die Operation erfolgt zu einem besorgniserregenden Zeitpunkt für das Leseverhalten. Laut einer von franceinfo zitierten Studie lesen junge Menschen im Alter von 7 bis 19 Jahren durchschnittlich nur 19 Minuten am Tag, im Vergleich zu mehr als drei Stunden, die sie vor Bildschirmen verbringen.
Darüber hinaus lesen etwa 20 % der Jugendlichen überhaupt nicht, ein Anteil, der bei den 16- bis 19-Jährigen auf 38 % ansteigt.
Mit der Aufforderung an die Franzosen, „ihre Handys auszuschalten und ein Buch aufzuschlagen“, wollen die Organisatoren sie daran erinnern, dass schon wenige Minuten Lesezeit ausreichen können, um dem Alltag zu entfliehen, nachzudenken oder einfach mal Abstand von Bildschirmen zu gewinnen.