Ein junger Bürgermeister aus Côtes-d'Armor wurde wegen Vergewaltigung und Missbrauchs schutzbedürftiger Frauen angeklagt; der Schatten einer Sekte liegt im Zentrum des Falles.
Ein junger Bürgermeister aus Côtes-d'Armor wurde wegen Vergewaltigung und Missbrauchs schutzbedürftiger Frauen angeklagt; der Schatten einer Sekte liegt im Zentrum des Falles.

Die Verhaftung am Donnerstag überraschte selbst Kenner von Kriminalfällen. Ein Bürgermeister aus Côtes-d'Armor, Mitte zwanzig und erst kürzlich in das Amt gewählt, wurde in Toulon formell angeklagt, die Schutzbedürftigkeit mehrerer Frauen ausgenutzt und mindestens eine von ihnen vergewaltigt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der zuständige Richter ordnete die weitere Untersuchungshaft an. Der schwerwiegende Fall geht über eine toxische Beziehung oder Einzelfälle hinaus: Dem gewählten Amtsträger wird vorgeworfen, von Südfrankreich aus eine Gruppe geleitet zu haben, die sich um eine Diskussionsgruppe in einem sozialen Netzwerk organisierte, hierarchisch strukturiert war und ein auf dem Papier ansprechend klingendes Ziel verfolgte: „Menschen mit hohem intellektuellem Potenzial kennenlernen“.

Eine „totale Hingabe“ wurde gefordert, mutmaßliche Opfer über einen Zeitraum von fast zehn Jahren.

Die Forderung nach „totaler Hingabe“ soll sich über fast zehn Jahre erstrecken. Die Ermittler konzentrieren sich in diesem Fall auf die Kontrollmechanismen: Versprechungen des Zugangs zur „letzten, fünften Ermittlungsstufe“, Forderungen nach Anerkennung des Verdächtigen als „absolut“ und „göttlich“, Kontrolle des Privatlebens und Druckmittel. Eine 21-jährige Studentin erstattete 2022 Anzeige und gab an, mit dem Tod bedroht worden zu sein, falls sie die Gruppe verlasse. Andere berichten von Erpressung und psychischer Misshandlung, und es sollen Geldzahlungen gefordert worden sein, teilweise in Höhe von mehreren Tausend Euro. Die Ermittler haben zwischen 2017 und 2026 mindestens sechs junge Frauen als mutmaßliche Opfer identifiziert. Die gerichtlichen Ermittlungen werden nun unter der Leitung eines Untersuchungsrichters fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welchen politischen und menschlichen Schock hat dieser Fall – über das Strafverfahren hinaus – für eine Stadt ausgelöst, die ihren Bürgermeister hinter Gittern vorfand?

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