Für Patrick Balkany, der im Verdacht steht, die Stadtpolizei als seinen Fahrdienst in Anspruch genommen zu haben, wurde eine Gefängnisstrafe beantragt.
Für Patrick Balkany, der im Verdacht steht, die Stadtpolizei als seinen Fahrdienst in Anspruch genommen zu haben, wurde eine Gefängnisstrafe beantragt.

In Levallois-Perret taucht der Name Balkany immer wieder auf, wie ein altes Plakat, das sich einfach nicht entfernen lässt. Diesmal steht der ehemalige Bürgermeister im Visier einer Praxis, die die Staatsanwaltschaft als inakzeptabel einstuft: der mutmaßliche Einsatz von städtischen Polizisten als Fahrer oder Leibwächter für Patrick Balkany und seine Begleiter, obwohl diese für den Dienst an der öffentlichen Sicherheit bezahlt wurden.

Laut Anklage wurden städtische Mitarbeiter und Ressourcen für Reisen und Personenschutz mobilisiert, die eher dem Komfort eines gewählten Beamten als dem öffentlichen Interesse dienten. Hinter diesem Komplott verbergen sich die für solche Fälle typischen Anklagepunkte, darunter Veruntreuung öffentlicher Gelder, Amtsmissbrauch und die missbräuchliche Verwendung städtischer Ressourcen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine einjährige Haftstrafe für Patrick Balkany.

In solchen Fällen gibt sich die Justiz nicht mit bloßen Protokolldetails oder Hinterzimmerabsprachen zufrieden. Sie sucht nach Mustern, Gepflogenheiten, Systemen. Und die Argumentation ist einfach: Jede Stunde, die außerhalb der festgelegten Verfahren für das Fahren oder den Schutz eines gewählten Amtsträgers aufgewendet wird, ist eine Stunde, die nicht für die täglichen Aufgaben genutzt werden kann – jene Aufgaben, die die Bürger an Straßenecken, vor Schulen oder auf stark befahrenen Straßen erwarten.

Wenn die Uniform zu einem Abzeichen des privaten Dienstes wird

Die Verteidigung hingegen vertritt häufig eine andere, eher „funktionale“ Auslegung. Der Schutz eines Bürgermeisters, die Organisation von Reisen und die Gewährleistung der als notwendig erachteten Sicherheit: Dieses Argument wurde bereits in anderen Fällen mit Beteiligung von Kommunalpolitikern vorgebracht. Im vorliegenden Prozess geht es jedoch nicht um den allgemeinen Begriff der Sicherheit eines politischen Amtsträgers, sondern vielmehr um die konkrete Grenze zwischen einer öffentlichen Pflicht und einer persönlichen, von der Gemeinde bezahlten Dienstleistung.

Dieser Fall reiht sich ein in eine lange juristische Auseinandersetzung, die Patrick Balkany seit Jahren verfolgt und von früheren Verurteilungen sowie neuen Ermittlungen gegen ihn im Rahmen seiner täglichen Amtsführung geprägt ist. Levallois-Perret, oft wegen seiner Kontroversen in der Kritik, steht erneut im Zentrum einer typisch französischen Debatte: die Macht lokaler Strippenzieher, die Versuchung, Rathaus und Privatleben zu verwechseln, und die Vorstellung, dass alles so weitergehen kann wie früher.

Abgesehen vom Fall Balkany stellt sich diese Problematik zu einem Zeitpunkt, an dem die Rolle der kommunalen Polizeikräfte mit ihren Zehntausenden von Beamten und wachsenden Zuständigkeiten in der öffentlichen Debatte immer mehr an Bedeutung gewinnt. Je mehr Macht diese Kräfte erlangen, desto sensibler, ja fast greifbar für die Steuerzahler, wird die Frage der Aufsicht und des genauen Einsatzes ihrer Ressourcen. Und genau hier entscheiden die Gerichte – oder versuchen es zumindest – über die feine Linie zwischen legitimem Schutz und kommunalen Privilegien.

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