Der ehemalige Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, wurde am Donnerstag vom Strafgericht Nanterre in zwei getrennten Fällen der Veruntreuung öffentlicher Gelder zu mehreren Haftstrafen verurteilt. Das Gericht verhängte Haftstrafen von fünfzehn Monaten bzw. drei Jahren, verzichtete aber aufgrund seines Alters und Gesundheitszustands auf einen sofortigen Haftbefehl.
Der ehemalige Abgeordnete aus Hauts-de-Seine, der laut seinem Anwalt aufgrund eines Krankenhausaufenthalts der Urteilsverkündung fernblieb, wurde außerdem zu hohen Geldstrafen, einem zehnjährigen Verbot der Bekleidung öffentlicher Ämter und einem fünfjährigen Berufsverbot im öffentlichen Dienst verurteilt. Sein Verteidigerteam kündigte an, gegen die Urteile Berufung einzulegen.
Kommunale Arbeitsplätze und Ressourcen umgeleitet
Die Richter warfen Patrick Balkany insbesondere vor, Gelder eines von der Stadtverwaltung subventionierten Vereins verwendet zu haben, um einem ehemaligen Mitarbeiter ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen. Ihm wurde außerdem vorgeworfen, zwischen 2010 und 2015 städtische Polizeibeamte für private Zwecke, insbesondere als Privatfahrer, missbraucht zu haben.
Während der Beratungen prangerte der vorsitzende Richter die „Leichtigkeit an, mit der gewählte Amtsträger der Republik die Regeln missachten können“. Die Anklage hatte im Laufe des Prozesses ein System beschrieben, in dem bestimmte städtische Angestellte zu regelrechten „Alleskönnern“ im persönlichen Dienst des ehemaligen Bürgermeisters geworden waren.
Patrick Balkany, der bereits in mehreren politischen und finanziellen Fällen verurteilt worden war, wurde insbesondere zusammen mit seiner Frau Isabelle Balkany wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche schuldig gesprochen. Er hatte in den letzten Jahren bereits mehrere Haftstrafen verbüßt.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.