Der ehemalige Premierminister erschien am Dienstag vor dem Sondergerichtshof von Aix-en-Provence, vorgeladen von der Verteidigung von Christophe Guazzelli.

Manuel Valls sagt im Prozess um den Doppelmord an Bastia-Poretta aus.
Manuel Valls sagt im Prozess um den Doppelmord an Bastia-Poretta aus.

Manuel Valls erschien am Dienstag, dem 9. Juni, vor dem Schwurgericht Bouches-du-Rhône im Rahmen des Prozesses um den Doppelmord in Bastia-Poretta. Der ehemalige Innenminister und Premierminister wurde auf Antrag der Verteidigung von Christophe Guazzelli, dem Hauptangeklagten, als Zeuge geladen. Seine Anwesenheit im Gerichtsgebäude in Aix-en-Provence prägte einen ungewöhnlichen Verhandlungstag, da der Politiker über seine Kenntnisse des korsischen Falls und der kriminellen Organisationen der Insel aussagte.

Ein von der Verteidigung benannter Zeuge

Vor Gericht präsentierte sich Manuel Valls als Korsika-Experte und erinnerte daran, dass er während seiner Zeit im Innenministerium zwischen 2012 und 2014 zu den ersten Politikern gehörte, die den Begriff „Mafia-System“ öffentlich verwendeten, um die Situation auf der Insel zu beschreiben. Er beschrieb strukturierte Organisationen, die verschiedene Bereiche der korsischen Gesellschaft infiltriert hatten. Auf die Frage, ob Mitglieder korsischer krimineller Gruppen möglicherweise Schutz innerhalb des Staatsapparats genossen hätten, gab der ehemalige Premierminister eine differenzierte und ausweichende Antwort.

Aussagen, die Fragen aufwerfen

Seine Aussagen befeuerten die Debatten in dieser Anhörung zu einem heiklen Rechtsfall. Die Vorladung von Manuel Valls als Zeugen durch die Verteidigung unterstreicht die Entschlossenheit der Anwälte von Christophe Guazzelli, die Hintergründe dieses Doppelmordes aufzuklären. Der ehemalige Regierungschef legte somit seine politische und institutionelle Analyse der Auswirkungen des organisierten Verbrechens auf Korsika dar – ein Thema, das während seiner Amtszeit von 2012 bis 2016 im Mittelpunkt seiner Arbeit stand.

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