Gérald Darmanin sprach am Montag nach die im Fall Lyhanna aufgedeckten Funktionsstörungen. Der Justizminister verurteilte "äußerst schwerwiegende Mängel" und gab bekannt, dass sie die Staatsanwaltschaft angewiesen habe, sensible Fälle mit Beteiligung von Minderjährigen zu identifizieren.
Er forderte die Durchführung einer Zählung bis zum 14. Juli. Diese Zählung muss alle Beschwerden bei der Staatsanwaltschaft umfassen, für die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, die aber nicht zu einer gerichtlichen Untersuchung, einer Entlassung oder einer Anhörung der betroffenen Person geführt haben.
Akten von Minderjährigen werden priorisiert
Gérald Darmanin forderte die Staatsanwälte auf, sich vorrangig auf Fälle mit Minderjährigen zu konzentrieren. Er beschrieb die Situation wie folgt:„absoluter Notfall“Ihm zufolge betreffen rund 70.000 Beschwerden in Frankreich Straftaten gegen Minderjährige. Der Minister erklärte, dass diese Fälle mit besonderer Aufmerksamkeit geprüft werden müssten, insbesondere wenn es sich um schwere Straftaten gegen Kinder handle.
Gibt es weitere Lyhanna-Fälle in Frankreich?
Der Minister sprach öffentlich die Frage nach möglichen Fällen an, die dem Fall Lyhanna ähneln. „Gibt es weitere Lyhanna-Fälle in Frankreich? Das ist eine berechtigte Frage.“sagte er. Er erwähnte auch einen „Ein katastrophales Versagen der Regierung“ und bat um eine „Generalmobilmachung“ um herauszufinden, was in diesem Fall schiefgelaufen ist.
Darmanin weigert sich zurückzutreten
Auf die Frage nach seiner Verantwortung erklärte Gérald Darmanin, dass er nicht zurücktreten werde. „Ich bin nicht zurückgetreten, weil dieses Versagen nicht meine Verantwortung ist.“„Er sagte es der Presse. Er räumte jedoch ein, dass es notwendig sei, dem französischen Volk und dem Parlament die Wahrheit zu sagen, wenn der Staat beim Schutz von Kindern versagt habe. Er nannte fehlerhafte Systeme, übermäßige Verzögerungen und die mögliche Nichtumsetzung von Richtlinien als Gründe.“
Eine Inspektion zur Feststellung des Ausmaßes der Fehlfunktionen
Der Minister erklärte, die Untersuchung müsse klären, ob der Fall Lyhanna auf einen Einzelfall oder ein tieferliegendes, systemisches Problem innerhalb der Berufungsgerichte und Staatsanwaltschaften zurückzuführen sei. Er sprach den Richtern, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten, insbesondere angesichts von Morddrohungen, sein Vertrauen aus. Er bekräftigte, dass Anzeigen wegen Vergewaltigung Minderjähriger höchste Priorität eingeräumt werden müsse.
„Es ist keine Frage der Ressourcen.“
Gérald Darmanin erklärte außerdem, dass das Problem im Fall Lyhanna nicht auf fehlende Ressourcen zurückzuführen sei. Er merkte an, dass die Staatsanwaltschaft Auch im vergangenen September zusätzliche Mittel erhalten habe. Seiner Ansicht nach lägen die Schwierigkeiten eher in der Langsamkeit des Verfahrens und der fehlenden Priorisierung der Entscheidungen in diesem konkreten Fall.