Laurent Nuñez bestreitet jegliche staatliche Einmischung in die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von Xénia Fedorova.
Laurent Nuñez bestreitet jegliche staatliche Einmischung in die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von Xénia Fedorova.

Innenminister Laurent Nuñez versicherte am Montag, dass es bei der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis der russischen Journalistin Xenia Fedorova im Jahr 2024 keine politische Intervention gegeben habe. In einem Interview mit dem Radiosender France Inter wies er die in den letzten Tagen in mehreren Medien kursierenden Vorwürfe zurück, wonach die Regierung bei der Erteilung dieser zehnjährigen Aufenthaltserlaubnis möglicherweise involviert gewesen sei.

Laut Laurent Nuñez fällt das angewandte Verfahren unter das allgemeine Recht, das für Ausländer gilt, die sich seit mehreren Jahren rechtmäßig in Frankreich aufhalten. Der Minister merkte an, dass bestimmte Aufenthaltstitel automatisch verlängert werden, sobald die administrativen Voraussetzungen erfüllt sind, und dass die Behörden danach nur noch begrenzten Handlungsspielraum haben, ohne sich rechtlichen Schritten auszusetzen.

Eine Persönlichkeit im Zentrum der Mediendebatten

Xenia Fedorova, die ehemalige Direktorin des russischen Senders RT France, der seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 in der Europäischen Union nicht mehr senden darf, ist zu einer regelmäßigen Kommentatorin in verschiedenen Medien der Vincent-Bolloré-Gruppe geworden, darunter CNews, Europe 1 und JDNews. Ihre kremlfreundliche Haltung hat ihr erhebliche Kritik aus politischen Kreisen eingebracht.

Letzte Woche verurteilte Regierungssprecherin Maud Bregeon die Äußerungen als „sehr ernst“, während Außenminister Jean-Noël Barrot sie als „Propagandistin“ mit engen Verbindungen zur russischen Regierung bezeichnete. Diese Aussagen haben die Fragen nach ihrer Präsenz in den französischen Medien und den Bedingungen ihres langjährigen Aufenthalts in Frankreich neu entfacht.

Laurent Nuñez wies jedoch darauf hin, dass eine Aufenthaltserlaubnis ihren Inhaber nicht vor Strafverfolgung oder der Infragestellung seines Status schützt, falls die öffentliche Ordnung oder die grundlegenden Interessen der Nation bedroht sind. Mehrere Führungskräfte der Canal+- und Lagardère-Gruppe verteidigten ihrerseits die Präsenz von Xénia Fedorova in ihren Medien mit dem Argument der Meinungsfreiheit und argumentierten, dass die öffentliche Debatte offen für vielfältige, auch kontroverse Meinungen sein sollte.

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