Der ehemalige Staatssekretär der Grünen, Jean-Vincent Placé, muss sich am 29. Oktober vor dem Pariser Strafgericht verantworten. Dem 58-Jährigen wird sexuelle Belästigung durch Machtmissbrauch und mutmaßliche sexuelle Übergriffe auf zwei Frauen vorgeworfen. Er weist alle Anschuldigungen entschieden zurück.
Der Untersuchungsrichter ist überzeugt, dass die Anschuldigungen ein wiederkehrendes Verhaltensmuster während Geschäftsreisen ins Ausland in den Jahren 2016 und 2017 offenbaren, bei denen der ehemalige Politiker mutmaßlich Alkohol konsumierte. Die erste Klägerin, die mit ihm im Senat und später im Staatssekretariat für Reformen zusammenarbeitete, wirft ihm unter anderem unangemessene Berührungen an einem Abend in Seoul sowie Belästigungen über mehrere Monate vor.
Zwei Frauen berichten über Vorfälle, die sich in Südkorea ereignet haben.
Die zweite Klägerin, die in keiner beruflichen Beziehung zu Jean-Vincent Placé stand, behauptet, im März 2017 während eines Empfangs in Südkorea mehreren sexuellen Übergriffen ohne ihre Zustimmung ausgesetzt gewesen zu sein. Der Anwalt beider Frauen stellt diesen Prozess als Höhepunkt eines langen und mühsamen Verfahrens dar, das nach Einreichung der ersten Klage im November 2021 eingeleitet wurde.
Die Verteidigung versichert, dass der ehemalige Außenminister vor Gericht erscheinen wird, um seine Unschuld zu beweisen. Jean-Vincent Placé wurde bereits 2021 wegen sexueller Belästigung einer Polizistin und 2018 wegen Gewalttaten, Missachtung des Gerichts und rassistischer Beleidigungen verurteilt. Diese früheren Verurteilungen sind rechtlich unabhängig von dem neuen Fall, in dem er weiterhin als unschuldig gilt.
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