POLITISCH Justiz und Skandale 

Die „Schweinekopf“-Affäre in Nizza: Estrosi wird von Verdächtigen beschuldigt, alles inszeniert zu haben, um Ciotti zu schwächen.

Die „Schweinekopf“-Affäre in Nizza: Estrosi wird von Verdächtigen beschuldigt, alles inszeniert zu haben, um Ciotti zu schwächen.
Die „Schweinekopf“-Affäre in Nizza: Estrosi wird von Verdächtigen beschuldigt, alles inszeniert zu haben, um Ciotti zu schwächen.

Éric Ciotti hat seinen Anwalt Franck de Vita beauftragt, im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum sogenannten „Schweinekopf-Vorfall“ in Nizza eine Zivilklage einzureichen. Der ehemalige Abgeordnete der Region Alpes-Maritimes ist der Ansicht, während des Kommunalwahlkampfs einen direkten Schaden erlitten zu haben und möchte nun Einsicht in die Akte erhalten. Der Vorfall ereignete sich am 27. Februar 2026. Vor dem Haus von Christian Estrosi in Nizza wurde ein halbierter Schweinekopf aufgehängt. Dazu hing ein beleidigendes Wahlplakat mit einem Davidstern. Der Vorfall wurde damals als antisemitischer Akt und Versuch der Einschüchterung des amtierenden Bürgermeisters dargestellt.

Die Ermittler prüfen die Möglichkeit politischer Manipulation.

Mehrere Verdächtige wurden inzwischen festgenommen und angeklagt. Ihre Aussagen gegenüber der Polizei haben Christian Estrosi, sein politisches Umfeld und mehrere Personen aus seinem Wahlkampfteam in den Mittelpunkt schwerwiegender Anschuldigungen gerückt. Ermittler haben offenbar Kontakte zwischen einigen Schlüsselfiguren des Falls und Personen aus dem Umfeld des scheidenden Bürgermeisters aufgedeckt. Sie prüfen die Hypothese einer Operation, die Christian Estrosi als Opfer eines von seinen politischen Gegnern inszenierten Angriffs darstellen soll.

Ein inoffizielles Team, das mit der Betreuung der sozialen Medien beauftragt ist

Parallel zu Christian Estrosis offizieller Kampagne soll eine inoffizielle Kampagne lief. Dieses Team hatte angeblich die Aufgabe, den Kandidaten über soziale Medien zu unterstützen und seine Gegner anzugreifen. Es wurden gefälschte Profile als Unterstützer-Accounts erstellt. Auch Inhalte, die Éric Ciotti feindlich gesinnt waren, wurden während des Kommunalwahlkampfs produziert und verbreitet. Für die bezahlte Bewerbung dieser Beiträge auf den Plattformen der Meta-Gruppe sollen 50.000 € bereitgestellt worden sein. Die Ermittler versuchen nun, die Herkunft des Geldes, mögliche Sponsoren und die genaue Rolle der einzelnen Beteiligten zu klären.

Gefälschte Videos, erstellt mit künstlicher Intelligenz

Einer der Verdächtigen behauptet, er sei auch aufgefordert worden, mithilfe künstlicher Intelligenz gefälschte Videos zu erstellen. Angeblich wurde eine gefälschte Aufnahme mit Éric Ciotti, Cyril Hanouna und Vincent Bolloré in Erwägung gezogen. Ziel war es angeblich, Inhalte zu erstellen, die Éric Ciottis Ruf schädigen und den Wahlkampf in Nizza beeinflussen sollten. Die Polizei muss nun klären, ob diese Videos tatsächlich produziert wurden, ob welche davon ausgestrahlt wurden und wer die Anweisungen dazu gab.

Das angebliche Versprechen eines öffentlichen Auftrags im Wert von 2 Millionen Euro

Derselbe Verdächtige behauptet, ihm sei von der Metropolregion Nizza Côte d’Azur ein öffentlicher Auftrag versprochen worden, falls Christian Estrosi die Wahl gewinnen sollte. Der Auftrag soll einen Wert von rund zwei Millionen Euro gehabt haben. Auch einer seiner Komplizen sollte angeblich von diesem Versprechen profitieren. Die Ermittler müssen nun prüfen, ob Gespräche über diesen Auftrag stattfanden, die beteiligten Personen identifizieren und feststellen, ob konkrete Zusagen gemacht wurden.

Éric Ciotti möchte wissen, ob die Wahl manipuliert wurde.

Éric Ciotti ist überzeugt, dass diese Anschuldigungen, sollten sie sich bestätigen, eine verdeckte politische Operation gegen ihn aufdecken würden. Er behauptet, während des gesamten Kommunalwahlkampfs besonders bösartigen Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein. Durch seine Beteiligung als Nebenkläger erhält er Zugang zur Akte, zu den von den Ermittlern gesammelten Beweismitteln und das Recht, weitere Ermittlungen zu beantragen. Er möchte insbesondere wissen, ob finanzielle Mittel, manipulierte Inhalte und gefälschte Profile eingesetzt wurden, um die Wähler in Nizza zu beeinflussen. Éric Ciotti vertraut nun darauf, dass die Justiz die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht und feststellt, ob die Wahl in Nizza manipuliert wurde.

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